Gefangener der Zeugen Jehovas: Interview mit einem Aussteiger

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Nimrod, der unter seinem bürgerlichen Namen nicht genannt werden möchte verbrachte seine gesamte Jugend gemeinsam mit seinen Eltern und zwei älteren Schwestern in der christlichen Sekte der Zeugen Jehovas, bis er im Erwachsenenalter den Entschluss zum Ausstieg und der Abkehr zur Religionsgemeinschaft fasste. Bis dahin bestimmte die Sekte bereits seit über 20 Jahren sein Leben – eine Zeit, die bis heute an ihm nicht spurlos vorübergegangen ist. Uns gab er die Möglichkeit für einen Einblick in seinen damaligen Alltag, um zu verstehen was es für ihn bedeutete als Jugendlicher im Kreise der Zeugen Jehovas aufzuwachsen.

Heute spreche ich mit einem der interessantesten Interviewpartner seit Langem: Dem 45 Jahre alten Nimrod aus Schleswig Holstein. Seine Eltern konvertierten in den 60er Jahren zur Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas, der seine zwei älteren Schwestern, deren Familien und seine eigenen Eltern bis heute angehören. Er selbst fasste den Entschluss zum Austritt im Jahre 1993.


Mothersdirt: Wenn du an deine Kindheit bei den Zeugen Jehovas zurückblickst, welche Erinnerung hat dich bis heute am stärksten geprägt?

Ich glaube, es gibt da nicht DIE Erinnerung, die mich am stärksten geprägt hat. Natürlich erinnere ich mich daran, als kleines Kind, abends in den Zusammenkünften im Königreichssaal müde und unruhig auf dem Stuhl hin und her gerutscht zu sein, bis mich mein Vater an den Haaren in einen Nebenraum geschliffen hat. Dort wurden die Kinder sozusagen zur Ruhe gezüchtigt.
Ich erinnere mich auch an Geburtstage oder Weihnachtsfeiern in den ersten Schuljahren, an denen man als Zeuge Jehovas nicht teilnehmen durfte. Man gewöhnte sich früh daran „anders“ zu sein.

Als Einschlaflektüre lasen mir meine Eltern vor dem Zubettgehen biblische Geschichten vor. Am interessantesten waren da natürlich die alttestamentarischen Horrorgeschichten von einem brutalen Gott, der seine Widersacher ohne Gnade vernichtete. Es wurde immer wieder betont, dass die Vernichtung und die Dämonen das waren, was mich und alle anderen erwartete, wenn man sich vom Glauben abwand. So wurde ich von frühester Kindheit geschult.

Ich glaube, es ist das Gesamtpaket der Erinnerungen und Erlebnisse in frühester Kindheit, die mich geprägt haben.
Was aber als starke Erinnerung immer wieder zurückkommt, ist die Anspannung und Angst vor dem Vater, der damals als einer der Ältesten in der Versammlung eingesetzt war und einen Gummiriemen als Rute der Zucht missbrauchte. Angst vor Dämonen, Angst vor Vernichtung, Angst vor Sünde, Angst vor Bestrafung. Ich denke das Leben in ständiger Angst und Unsicherheit als Kind haben mein späteres Leben sehr geprägt. Ich wurde sozusagen auch nach dem Bruch mit den Zeugen von meinem Gewissen gejagt.

„Es wurde immer wieder betont, dass die Vernichtung und die Dämonen das waren, was mich und alle anderen erwartete, wenn man sich vom Glauben abwand.“

-Nimrod


Mothersdirt: Der körperliche und geistige Missbrauch besonders bei sehr jungen Menschen bleibt meist der Öffentlichkeit nicht gänzlich verborgen. Wie war dein Verhältnis zu Gleichaltrigen außerhalb der Zeugen Jehovas und war dir der Umgang mit nicht Gläubigen überhaupt gestattet?

Aus meiner Erfahrung macht sich die breite Öffentlichkeit nicht viele Gedanken über die Zeugen Jehovas. Natürlich gibt es bei den Meisten irgendeine Vorstellung oder Vorurteile, die in der Regel nicht viel mit der Realität zu tun haben. Es wird schnell verurteilt, ohne nach Tatsachen zu forschen oder sich Gedanken über die einzelnen Schicksale der Menschen innerhalb dieser Organisation zu machen. So wurde mir in der Schule weiß gemacht, Zeugen Jehovas hätten keinen Fernseher und auch keine Türen im Haus. Doch… das haben sie!
Das liegt wohl in der Natur des Menschen, dem Unbekannten noch etwas Geheimnisumwobenes zuzudichten.

Was mein Verhältnis zu Gleichaltrigen betrifft, so kam ich in der Schulzeit ganz gut mit ihnen klar.
Der Umgang mit Menschen außerhalb der Organisation wird trotzdem, wenn möglich auf ein Nötigstes beschränkt. Schule, Arbeit… das war`s in der Regel. Vereinsmitgliedschaften und private Aktivitäten mit „Weltmenschen“ sind nicht gerne gesehen, Besuche von Diskotheken waren zu meiner Zeit Tabu und „weltliche Musik“ wurde oft dämonisiert. Auch hatten weder meine Schwestern noch ich je ein Poster aus der BRAVO an der Wand, da dies nach Ansicht der Zeugen, hauptsächlich aber meines Vaters, Personenkult darstellen würde und man keine Ideale außer Gott oder Jesus haben sollte.


Mothersdirt: Du beschreibst deinen Vater als aggressive und beherrschende Person in der Familie. Wurden die Verbote allein von deinem Vater, oder auch von deiner Mutter ausgesprochen? Wie würdest du das Verhältnis zwischen euch Kinder und den beiden Elternteilen beschreiben?

Ich denke, man muss zwischen den Regeln, die der Vater als Person durchsetzte und den Regeln, die von der Organisation der Zeugen Jehovas aufgestellt wurden, differenzieren. Die religiösen Regeln galten für alle und wurden sowohl vom Vater als auch von der Mutter durchgesetzt. Die Strenge des Vaters fehlte allerdings bei unserer Mutter.

Das Verhältnis zwischen uns drei Geschwistern war etwas schwierig, da meine Schwestern sieben und neun Jahre älter sind als ich. Meine älteste Schwester verließ mit 17 das Haus. Da war ich acht Jahre alt. Meine andere Schwester ging zwei Jahre später auch im Alter von 17. Beide heirateten sehr früh. Es fehlte irgendwie immer die Herzlichkeit oder der Zusammenhalt, den man innerhalb einer Familie und zwischen Geschwistern vielleicht erwartet. Jeder kämpfte seinen eigenen Kampf.
Auch zwischen unseren Eltern war soweit ich mich erinnern kann nie ein herzliches Verhältnis. Mein Vater war ein Tyrann und so behandelte er nicht nur uns Kinder sondern auch seine Frau.

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Schnappschuss einer vermeintlich sorglosen Kindheit.


Mothersdirt: Würdest du die Spannungen innerhalb der Familie auf den Einfluss der Lehren der Zeugen Jehovas zurückführen? Oder ist es davon klar trennbar?

Die Spannungen, die innerhalb unserer Familie auftraten waren zum großen Teil dem Leben innerhalb dieser Organisation geschuldet. Natürlich trug die individuelle Art unseres Vaters gewisse Dinge umzusetzen ihren Teil dazu bei. Insofern sind die Spannungen nicht klar trennbar. Aber im Großen und Ganzen ist unsere Familie dem dogmatischen Irrglauben der Zeugen zum Opfer gefallen. Eine zerstörte Familie und zerstörte Persönlichkeiten im zweifelhaften Auftrag des Herrn.


Mothersdirt: Wenn du heute vom Irrglauben der Zeugen sprichst, wie waren deine Gedanken zur Lehre als Kind und Jugendlicher? Warst du überzeugter Anhänger, oder gab es auch größere Zweifel an der Richtigkeit der Auslegung?

Als Kind und selbst noch als Jugendlicher habe ich nie die Lehre der Zeugen in Frage gestellt. Wenn ich etwas in Frage gestellt habe, dann eher meine eigene Kraft, diesen Glauben auszuüben. Ich fühlte mich oft zu schwach, sündhaft, unwürdig.
Ich war definitiv überzeugter Anhänger und für mich war diese Lehre keine Auslegung, sondern DIE Wahrheit und als solche bezeichnen die Zeugen ihren Glauben nach wie vor. „DIE WAHRHEIT“, neben Theokratie, Weltmenschen, Überrest, usw. etwas, was zum Sondervokabular der Zeugen Jehovas gehört.


Mothersdirt: Wenn du für dich die Lehre der Zeugen als „DIE WAHRHEIT“ angenommen hast und es für dich daran keinen Zweifel gab, wie und wann kam dir der Gedanke trotzdem auszusteigen?

Es war kein plötzlicher Gedanke, es war eher ein Prozess, der schleichend begann. Es fing auch nicht damit an, dass ich die Lehren in Frage stellte, sondern dass ich mich selbst immer weniger in der Lage sah, diese Lehren befolgen zu können. Am Anfang plagte mich mein Gewissen, dann wurde es für mich mehr und mehr ein praktiziertes Doppelleben. Irgendwann endete es dann im Chaos. Ich ging nicht mehr von Haus zu Haus und immer weniger in die Zusammenkünfte. Je mehr ich mich geistig entfernte, desto mehr wuchs gleichzeitig der Druck von Familie und Organisation. In einer Nacht- und Nebelaktion packte ich meine Sachen und verschwand einfach aus der vertrauten Umgebung. Zu diesem Zeitpunkt fehlte mir der Mut und die Kraft meine Entscheidung bei den Zeugen und meiner Familie öffentlich zu offenbaren. Ich verschwand sozusagen spurlos, hatte lediglich die nötigsten Dinge und Papiere im Gepäck. Anfangs kam ich bei den wenigen Bekannten unter, die ich außerhalb der Organisation hatte. Ich kämpfte mich zurück ins Leben ohne zu wissen, wer ich eigentlich bin, woran ich glaubte, was die Zukunft bringt und ob ich eine Chance habe.
Das, was ich hier in kurzer Form beschreibe, war ein langer Prozess, der irgendwann im Teenageralter begann und sein Finale in meinem 23. Lebensjahr hatte. Selbst die ersten Jahre nach den Zeugen konnte ich an der Lehre an sich nichts Falsches erkennen. Ich verteufelte lediglich die Menschen, die diese praktizierten. Erst mit sehr viel Abstand begann sich mein Geist neu zu orientieren und gleichzeitig meine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

„Ich kämpfte mich zurück ins Leben ohne zu wissen, wer ich eigentlich bin, woran ich glaubte, was die Zukunft bringt und ob ich eine Chance habe.“

-Nimrod


Mothersdirt: Hier und da hört man von ähnlichen Fällen wie deiner Geschichte und dem Druck, die willige Aussteiger erfahren. In welcher Form und Weise wurde auf dich vor deinem fluchtartigen Verschwinden Druck vonseiten der Familie und Organisation ausgeübt? Welche zu erwartende Konsequenzen hatten dich damals zur Flucht verleitet?

Wie schon beschrieben ist es zum großen Teil ein passiver Druck, dem man alleine schon durch sein von Kindheitstagen geschultes Gewissen ausgesetzt ist. Ein Druck, der sich bei jedem Fehltritt in Form von reuigen Gedanken meldet. Das Ergebnis einer über die Jahrzehnte perfektionierten Gehirnwäsche.
Eine andere Art von Druck ist natürlich auch die Beobachtung von Glaubensbrüdern und Schwestern, die jedes Schaf, das ihrer Meinung nach vom rechten Pfad abkommt bei der Ältestenschaft melden.
Es wird beobachtet, ob man regelmäßig die Zusammenkünfte besucht, sich aktiv daran beteiligt und gut vorbereitet hat, ob man seiner Pflicht der Verkündigung nachkommt und wie eng der Kontakt zu Menschen außerhalb der Organisation ist.

Für Kinder, die in diese Organisation geboren wurden, kommt natürlich noch die Erwartungshaltung der Eltern dazu, sich niemals vom „wahren Glauben“ abzuwenden.
Es ist also der Druck des eigenen Gewissens, der Respekt vor den Ältesten und die Angst zu enttäuschen – abgesehen von der Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit, die dich auf der anderen Seite erwarten. Insgesamt für viele Zeugen eine zu große Last, um sich endgültig von der Gemeinschaft trennen zu können.

„Die Flucht“ war sozusagen mein persönlicher Weg hinaus, um zumindest den eingehenden Gesprächen mit Ältesten und Eltern aus dem Weg zu gehen. So gab es für mich keine Argumente, die mich zurückhalten konnten, keine Vorwürfe und Angstmacherei, keinen zornigen Vater dem ich entgegentreten musste und keine weinende Mutter, die ich beruhigen musste. Immerhin haben meine Eltern zu diesem Zeitpunkt aus ihrer Sicht ihr Kind verloren.
Vielleicht wird dieser Weg von Außenstehenden als feige betrachtet, aber über 2 Jahrzehnte fremdgesteuertes Leben machen dich unsicher und labil.
Ich musste erst einmal selbst einen klaren Gedanken fassen, sehen wo ich stehe, Kraft tanken, die Füße auf die Erde bekommen.

Ich habe schon früh mitbekommen, welche katastrophalen Auswirkungen ein Gemeinschaftsentzug innerhalb einer Familie der Zeugen Jehovas haben kann.
Meine älteste Schwester brachte im Alter von ca. 17 Jahren einen Mann mit nach Hause. Er war kein Zeuge und fast 20 Jahre älter als sie. Ihr wurde aufgrund von vorehelichem Geschlechtsverkehr die Gemeinschaft entzogen und sie flog von zu Hause raus. Meine Eltern durften keinen Kontakt mehr zu ihr haben.
Mein Vater drehte durch und war nicht mehr ansprechbar, meine Mutter weinte sich durch die Nächte und ich versuchte irgendwie die Stellung zu halten und meinen Eltern nicht zusätzlichen Kummer zu bereiten.

Ich möchte hier noch einmal schildern, welche Auswirkungen für einen Zeugen der Gemeinschaftsentzug eines Glaubensbruders hat. Der Betreffende darf weder gegrüßt noch darf mit ihm gesprochen werden. Jeglicher Kontakt ist untersagt. Dieser Mensch ist der Vernichtung geweiht. Die einzige Möglichkeit für ihn ist Reue. Auch bei nahen Verwandten werden hier keine Ausnahmen gemacht.

Ich muss dazu sagen, dass meine Schwester irgendwann ihren „Fehltritt“ bereute und sie wieder in die Gemeinschaft aufgenommen wurde. Ihr Mann nahm kurze Zeit später ebenfalls diesen Glauben an und sie sind bis heute verheiratet und haben mittlerweile fünf gemeinsame Kinder, die auch alle in diesem Glauben erzogen wurden, bzw. werden.


Mothersdirt: Im Hinblick auf drohende Konsequenzen hast du die Flucht nach vorne angetreten und deine gewohnte Umgebung verlassen. Wie lange warst du danach nicht auffindbar und wie wurde nach dir gesucht?

Ich war ca. drei Monate in der Versenkung verschwunden. Meine Eltern haben natürlich zunächst versucht, mich über Bekannte zu erreichen oder haben Orte aufgesucht, an denen sie mich vermuteten. Später wurde sogar die Polizei informiert.
Ich habe das alles von einem damaligen Weggefährten erfahren, dessen Eltern ebenfalls bei den Zeugen waren. Als ich davon erfuhr, meldete ich mich zunächst telefonisch bei meiner Familie.

Ich muss dazu sagen, dass ich vor meiner sogenannten Flucht ins Leben, Briefe sowohl für die Familie als auch für die Ältestenschaft der Zeugen abschickte.
Ich habe also darüber informiert, dass es nicht mein Ziel war mir mein Leben zu nehmen, sondern mein Leben zu finden.


Mothersdirt: Normalerweise zählt das Verschwinden des eigenen Kindes zum Schlimmsten, dass sich Eltern vorstellen können und eine Anzeige bei der Polizei erscheint dahingehend für die meisten als logischer Schritt. Welchem Umstand ist es schlussendlich zu verdanken gewesen, dass du wieder nach Hause zurückgekehrt bist und wie reagierte deine Familie und die Ältestenschaft darauf?

Zum einen war ich zu diesem Zeitpunkt fast 23 Jahre alt und wohnte nichtmehr bei meinen Eltern. Wie die meisten Zeugen Jehovas habe ich früh geheiratet. Da eine Beziehung zu einem Menschen des anderen Geschlechts in dieser Organisation ohne Heirat nicht wirklich möglich war/ist entscheiden sich viele junge Zeugen früh für diesen Schritt. Ich war gerade 19 Jahre alt.

Zum anderen hatte ich wie schon gesagt Briefe geschrieben, die meinen „Ausbruch“ erklären sollten. Einen Brief an die Ältesten der Versammlung, in dem ich meinen Austritt erklärte und auch meine Beweggründe offenbarte und einen Brief für meine Familie, mit der Bitte nicht nach mir zu suchen.
Ein Zurück in mein altes Leben gab es von diesem Zeitpunkt nicht mehr und ich habe diesen Schritt auch nie bereut.


Mothersdirt: Wie entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren deine Beziehung zu deinen Eltern? Gab es auch nach dem Brief an die Ältestenschaft noch irgendwelche Versuche dich in die Organisation zurückzuholen?

Das persönliche Verhältnis zu meinen Eltern und der Familie im Allgemeinen war von diesem Zeitpunkt an gebrochen. Lediglich zu meiner Mutter hatte ich in unregelmäßigen Abständen noch Kontakt. Da Zeugen Jehovas jedoch keinen Umgang mit Ausgeschlossenen pflegen dürfen, wurde dieser auch immer weniger.
Anfangs versuchte meine Mutter mich immer wieder  durch Gespräche zur „Umkehr“ zu bewegen. Sie gab mir auch immer mal wieder Zeitschriften oder Bücher der Zeugen mit.

Mit 25 Jahren änderte ich meinen Nachnamen, um zum einen mit der Vergangenheit abzuschließen und zum anderen nicht mehr ohne weiteres auffindbar zu sein. Ein weiterer Grund war der Spruch meines Vaters, „er hätte keinen Sohn mehr“.

Es gab von Seiten der Ältestenschaft später zwei Versuche mich zurück in die Organisation zu holen. Sie klingelten irgendwann unerwartet an der Haustür und baten um ein Gespräch. Ich konnte ihnen aber relativ schnell meinen mittlerweile gefestigten Standpunkt klar machen.


Mothersdirt: Seit deinem erfolgreichen Ausstieg sind mittlerweile viele Jahre vergangen und du konntest den geistigen wie auch körperlichen Missbrauch scheinbar gut verarbeiten. Gibt es trotzdem Spuren der seelischen Verletzung, die bis heute in deinem täglichen Leben nachwirken? Wenn ja, welche?

Natürlich haben die Jahre Spuren hinterlassen.
Jeder ist irgendwie das, was aus ihm gemacht wurde. Jeder ist als Kind sowohl von den Eltern als auch von den Umständen, in denen er aufgewachsen ist, geprägt worden. Dazu kommen die jeweilige genetische Veranlagung und natürlich ein wenig das, was man selbst aus seinem Leben macht.
Aus dieser Mischung wird dann wohl das, was man schlechthin als Persönlichkeit bezeichnet.

Auch meine Persönlichkeit wurde geprägt. Ich habe Eigenschaften geerbt, vieles in mir wurde kaputt gemacht, ich wurde in Ansichten hineingezwungen…
Ich weiß nicht, wer ich geworden wäre, wenn ich bei anderen Eltern, in einem anderen Land und unter anderen Umständen groß geworden wäre.

Ich habe nach der Zeit bei den Zeugen keine Freundschaften pflegen können, ich fühle mich bis heute in Gruppen nicht wohl und lasse Menschen meist nicht sehr nahe an mich heran, ich bin in vielen Dingen sehr emotionslos geworden, ich kann weder Trauer noch Freude richtig fühlen. Eines der Gefühle, die ausgeprägt sind, ist Wut. Ich habe lange in meiner eigenen Welt gelebt und noch immer Probleme, diese Welt mit anderen Menschen zu teilen. Ich habe viele Jahre unter Depressionen gelitten, ohne für mich einordnen zu können, dass es welche sind. Fehlende Lebensfreude, mangelnde Motivation und ständige Müdigkeit gehörten lange zu meinem Alltag. Nach zwei gescheiterten Ehen und drei Kindern zu denen kaum, bis gar kein Kontakt besteht, habe ich vor ein paar Jahren den Entschluss gefasst mich zu befreien und für mich zu kämpfen.
Ich habe eine Partnerin, die mir gut tut, ich arbeite an mir, unserem gemeinsamen Kind ein besserer Vater zu sein und ich habe mich vor ca. einem Jahr in psychosomatische Behandlung begeben. Zusätzlich habe ich nach über 20 Jahren im letzten Jahr Kontakt zu einigen Menschen meiner Familie aufgenommen und versucht etwas Vergangenheit aufzuarbeiten.

Es geht bergauf.

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Der Ausstieg aus der Sekte markierte den Anfang vom Ende. 20 Jahre später kämpft Nimrod noch immer, um die traumatischen Erlebnisse seiner Kindheit aufzuarbeiten und diese Vergangenheit endlich hinter sich lassen zu können.


Mothersdirt: Obwohl du bereits im noch jungen Alter einen der ersten realistischen Möglichkeiten zum Ausstieg nutzte, war zu diesem Zeitpunkt deine Jugend bereits zerstört und die weitere Zukunft vorgeprägt. Welchen Rat würdest du aus heutiger Sicht einem jungen Erwachsenen mitgeben, der trotz möglicher Konsequenzen selbst ernsthaft mit dem Gedanken spielt aus der Gemeinschaft auszutreten?

Da ich weiß, wie schwer es ist den Schritt aus dieser Organisation zu gehen, insbesondere bei Menschen, die in diese hineingeboren wurden, ist es nicht leicht einen Rat zu geben, der pauschal eine Lösung bietet.
Wer mit dem Gedanken spielt, diese Gemeinschaft zu verlassen, muss sich der Konsequenzen bewusst sein und bereit sein, damit zu leben.
Letztendlich sollte aber jeder auf sein Herz hören, und wenn das Gefühl dir sagt, dass der Weg der Zeugen Jehovas nicht deiner ist, dann sollte man auch bereit sein, für sein Leben zu kämpfen.

Es gibt viele Hilfestellungen, die man in solch einem Fall auch in Anspruch nehmen sollte.
Einfache Dinge wie Sportvereine, Hobbys, Internetforen oder vielleicht alte Schulfreunde können behilflich sein, erste Kontakte nach außen zu knüpfen. Wichtig ist, nicht das Gefühl zu haben nach der Zeit als Zeuge alleine zu sein. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit eine Therapie in Anspruch zu nehmen, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Gespräche und Erfahrungsaustausch mit anderen ausgeschlossenen Zeugen könnten ebenfalls eine Hilfe sein, sich über seine eigenen Beweggründe im Klaren zu werden.

„Wer mit dem Gedanken spielt, diese Gemeinschaft zu verlassen, muss sich der Konsequenzen bewusst sein und bereit sein, damit zu leben.“

-Nimrod

Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, wie schwer man sich tun kann, sein vertrautes Leben hinter sich zu lassen. Aber wie heißt es in einem alten Seefahrerspruch: „Man kann keine neuen Ufer entdecken, hat man nicht den Mut die Küste aus den Augen zu verlieren.“
Und jeder der diesen Mut hat, wird irgendwann feststellen, dass es sich gelohnt hat zu kämpfen und dass dieses Leben so viel mehr zu bieten hat als wöchentliche Versammlungen, dem Studium von Publikationen, die von alten religiösen Heuchlern herausgegeben werden und dem ständigen Druck, irgendwelchen Regeln nicht gerecht werden zu können.
Kämpfe um dein Leben, kämpfe für dich selbst. Es lohnt sich.

…..und in 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast. Also löse die Knoten, laufe aus dem sicheren Hafen. Erfasse den Wind mit deinen Segeln. Erforsche…Träume.


Mothersdirt: Nimrod, herzlichen Dank für das interessante Gespräch und all die detaillierten Eindrücke aus deiner Kindheit bei den Zeugen Jehovas.

Für all jene, die selbst an einen Ausstieg denken oder sich mit diesem Thema noch etwas genauer beschäftigen möchten, gibt es am Ende des Beitrages noch einige Links zu Erzählungen von Ehemaligen, Adressen von Beratungsstellen sowie allgemeine Informationen und Hilfestellungen zum Ausstieg bei den Zeugen Jehovas.


Weiterführende Links:

Quellenangaben:
Alle Rechte zum Umfang und Inhalt des Artikels, sowie den Abbildungen bleiben bei den Verfassern – im Besonderen bei der Person hinter dem Pseudonym Nimrod. Das Titelbild ist hiervon ausdrücklich ausgenommen.

Titelbild: https://pixabay.com/de/depression-deprimiert-forlorn-1252577/https://commons.wikimedia.org/wiki/File:JW_ORG_logo.jpghttps://encrypted-tbn3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcRVk74KnrOFxzjOuddWAP1y4f5V9f5sYbSfLgLUrv7za8xDE7hehttps://pixabay.com/de/dunkel-fenster-leuchten-licht-1309884/ (14.02.2017, 13:59) – Mann sitzt auf einem Sessel im dunklen Raum. Daneben blutendes JW.ORG-Logo (Bild wurde mit Photoshop erstellt).

 

Nimrod_Jugend.jpg (15.02.2017, 00:09) – Schnappschuss aus der Jugend von Nimrod. Aus privatem Archiv. Vielen Dank an „Nimrod“.
Nimrod_aktuell.jpg (15.02.2017, 00:11) – Aktuelles Foto von Nimrod mit Kapuze und einer Zigarette rauchend. Aus privatem Archiv. Vielen Dank an „Nimrod“.
 
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MK-Ultra: Das Spiel mit der menschlichen Psyche

MK-Ultra
Keiner kann wissen, was ein anderer denkt? Niemand kann befehlen, was man zu denken hat? Während des kalten Krieges in den 1950er und 1960er Jahren herrschte in den USA die Sorge, dass die Sowjets mittels Foltertechniken an Geheiminformationen kommen könnten. Im Zuge des CIA-Projekts MK-Ultra wurden unschuldige Bürger benutzt um an ihnen mittels unmenschlicher Laborversuche die neuesten Methoden der Gehirnwäsche zu testen. Dafür war jedes Mittel recht – Folter, Amnesie bis hin zu Mord an der eigenen Bevölkerung.

Nicht nur das US-amerikanische Weltraumprogramm hat seinen Ursprung in Deutschland und wurde nach Ende des 2. Weltkrieges unter fragwürdigen Umständen in die USA exportiert, sondern ebenso die systematischen Menschenversuche der deutschen Konzentrationslager. Während der Befreiung des KZ Dachau berichteten Überlebende von Experimenten der Bewusstseinssteuerung mittels Krankheitserregern (Malaria, Pest…) und Chemikalien wie Phenol und Chloriden. Einer der dort tätigen Ärzte war ein gewisser Dr. Green, der nach der Befreiung Nazi Deutschlands infolge der Geheimoperation mit dem Decknamen „Projekt Paperclip“ gemeinsam mit weiteren 126 Forschern in die USA geschleust wurde. Aufgebaut auf den Forschungsergebnissen der Nazis wurde dort das Projekt Artischocke, das später in das Projekt MK-Ultra mündete,  aus der Taufe gehoben. Unter dem Namen „Operation Dustwind“ wurde die nationalsozialistische Elite auf Schloss Kransberg bei Frankfurt verhört und trotz der erdrückenden Beweislast nicht verurteilt. Einer dieser nationalsozialistischen Ärzte war Kurt Blome, der trotz seiner unmenschlichen Verbrechen und dem Bekenntnis zu Adolf Hitler nicht belangt wurde und ab 1951 für die CIA arbeitete.

Project Paperclip

Die Gedanken sind frei: Mit Beginn der Mind-Control Experimente durch ehemalige KZ-Wissenschaftler, gehörte auch diese Freiheit der Vergangenheit an.

Nach der Niederlage Nazi-Deutschlands begann man unter US-amerikanischer Führung in Japan, der Bundesrepublik Deutschland sowie in der Panamakanalzone Geheimgefängnisse zu errichten. Die Lager beherbergten in erster Linie Doppelagenten, die Geheimnisse an den sowjetischen Feind weitergegeben hatten. In den dortigen Verhörungsräumen, wurden laut Augenzeugenberichten die damals bekannten Verhörmethoden aus den deutschen KZs an den dortigen Gefängnisinsassen angewendet und weiterentwickelt.

Im kalten Krieg versuchte man mit allen Mitteln den Feind zu schwächen. Waffen waren schon lange nicht mehr genug. Der Koreakonflikt als erster Stellvertreterkrieg dauerte von 1950 – 1953. Nach der Befreiung der im Norden Koreas gefangenen US-Soldaten und dem Wiedersehen mit Verwandten, währte die Freude nur kurz. Sie wurden infolge der nordkoreanischen Gefangenschaft einer Gehirnmanipulation unterzogen, klagten nach ihrer Rückkehr ihr eigenes Land an und verleugneten die US-Staatsbürgerschaftszugehörigkeit. Das alarmierte die US-Geheimdienste. Die Soldaten wurden mit den damalig üblichen Mitteln wie Drogen und Medikamenten behandelt, bis sie ihre Anschuldigungen gegen die Führung des eigenen Landes widerriefen. Um den Feind immer einen Schritt voraus zu sein, mussten die eigenen vorhandenen Mittel zur Gehirnwäsche verfeinert werden. Auf Befehl des damaligen CIA-Direktors Allen Dulles wurde das Nachfolgeprojekt MK-Ultra gestartet. Dulles war als Hardliner bekannt, der selbst politische Morde als mögliches Mittel zum Zweck sah. So plante er den Staatschef Joseph Stalin während eines Parisbesuchs zu liquiditieren. Als neuer CIA-Direktor befahl Dulles verdeckte Mordanschläge unter anderen an Fidel Castro, Patrice Lumumba und Rafael Trujillo. Selbst ein Attentat auf den chinesischen Premierminister hatte er in Betracht bezogen. Als Leiter des Geheim-Projektes MK-Ultra setzte Dulles den Militärpsychiater und Chemiker Sidney Gottlieb ein. Er unterstützte die Umstrittenen, in der MK-Ultra Forschung maßgeblich beteiligten Personen Ewen Cameron und Harris Isbell mit mehr als 60.000 Dollar. Während der von CIA ausgeführten, und von Präsidenten Eisenhover genehmigten Operation Mongoose kam er auf die Idee, Fidel Castro mit LSD und Castros Studio mit Thallium zu verseuchen, damit unter anderem sein Barthaar ausfallen würde. Er hatte auch die Idee, ihn unter anderem mittels vergifteter Zigarren oder Füllfederhalter zu ermorden. Weitaus weniger bekannt sind dafür Gottliebs Bewusstseinskontroll-Experimente, die er im Zuge des CIA-Phoenix-Programms in einem vietnamesischen Gefängnis bei Saigon an NLF-Verdächtigen durchführte.

Besonders ab 1950, dem Beginn der „Mind-Control“ Experimente wurde LSD als bewusstseinsverändernde Droge eingesetzt. Laut der New York Times wurden alleine für Versuche mit LSD bis zu 10.000 Menschen missbraucht. Dies brach klar die Vereinbarungen des Nürnberger-Codes, der als Richtlinie für medizinische Menschenversuche im Zuge der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse vereinbart wurde. Die Tausenden zu gehirnlose Zombies mutierten Opfer hatten Im Zuge der Experimente ihre Erinnerungen verloren, wussten  ihren eigenen Namen nicht mehr und konnten oftmals nicht einmal alleine auf die Toilette gehen. Mehreren Heroin-Abhängigen wurde über eine längere Zeit LSD verabreicht, im Versprechen Heroin als Gegenleistung zu anzubieten. Der hohe LSD Konsum der MK-Ultra Experimente führte zu einem regen Handel zwischen der Drogenmafia und der CIA.

Bis in die 60er Jahre wurden die Drogenexperimente ausgeführt aber danach eingestellt, da die Erkenntnisse aufgrund der unterschiedlichen Reaktionen der Patienten, keine genauen Aussagen zuließen. Zu diesem Zeitpunkt trugen bereits tausende Opfer irreparable psychische Schäden davon oder bezahlten gar mit dem eigenen Leben.

Aber warum nahm man Zivilisten? Laut Aussage des Buchautors Dr. Colin Ross wollte man bei den Experimenten möglichst reale Bedingungen schaffen. Zivilisten hatten keine Verbindung zum Projekt und somit konnte man authentische Reaktionen einer normalen Person unter normalen Umständen erhalten. Hinzu kommt, dass man ihnen ihrer Geschichte über Mind-Control Experimente, veranlasst durch die eigene Regierung, erst einmal Glauben schenken musste und stellten somit ein perfektes Schutzschild für die Hintermänner der Experimente dar. Denn: Wer glaubt schon einem Irren?

Ewen Cameron

Dr. Ewen Cameron

Diesen Umstand dürfte sich wohl auch der Psychologe Dr. Donald Ewen Cameron zu Nutze gemacht haben. Er war bereits als Gutachter bei den Nürnberger Prozessen dabei und federführend bei der Idee, an den deutschen Experimenten weiterzuforschen. Besonders sein Name taucht in den vorhandenen MK-Ultra Dokumenten immer wieder auf. Noch bevor die CIA auf den berühmten Psychiater Cameron aufmerksam wurde, begann dieser selbst mit seinen Experimenten zur Gedankensteuerung in den USA sowie in Kanada. Dabei schaffte er es unter anderen mittels Elektroschockbehandlungen von bis zu sechs Joule innerhalb von wenigen Monaten das gesamte Gedächtnis der Opfer zu löschen. Diese Fähigkeit machte ihn natürlich für die perfiden Pläne der CIA interessant. Die beteiligten Psychologen, Ärzte und Therapeuten sahen ihre wehrlosen Patienten nicht als Menschen, sondern deren Gehirn als ergiebiges Forschungsobjekt an. Insgesamt waren 84 der in den USA führenden Universitäten, Krankenhäuser und Forschungszentren direkt oder indirekt an MK-Ultra beteiligt. Ewen Cameron kannte keine persönlichen Grenzen. Sein Ziel war es, psychisch kranke Menschen durch eine künstlich herbeigeführte Amnesie neu zu programmieren und somit von deren Leiden zu befreien. Er war davon überzeugt, durch die Kombination von verabreichten Amphetaminen und Elektroschocks die Patienten von ihren Psychosen befreien zu können.

„MK Ultra war ein Geheimdienstprogramm der CIA um zu erforschen wie Denkprozesse beim Menschen verlaufen. Wie sich Menschen unter dem Einfluss von psychologischer, elektronischer und chemischer Manipulation verhalten. Ziel war es den Menschen zu manipulieren und zu steuern. So stand es in den Dokumenten!“

– Prof. Alan W. Scheflin (Juraprofessor der Santa Clara Universität)

Da in den 1960er Jahren die genaue Dosierung der Elektroschocks zur schwer zu steuern war, begann man auf die „Sensorische Deprivation“ umzusteigen. Diese bis heute in Verwendung stehende Art der Folter bedeutet beim Probanden den Entzug aller Sinneswahrnehmungen: Nichts sehen, nichts hören, nichts riechen!

Ein diesbezüglich besonders gut dokumentierter Fall ist der von Mary C. Die 52-jährige Hausfrau litt seit ihren Wechseljahren an Depressionen. Zur Behandlung sperrte sie der Arzt Cameron für fünf Wochen in einen ausgebauten Garagentrakt! Ihre Proteste ignorierte er. Sie erlebte die wohl heftigste Form der Deprivationsfolter. Zuerst wurden ihre Arme umwickelt um nichts anfassen zu können und sogar keinen eigenen Körperkontakt mehr zu haben. Wer sich wochenlang nicht einmal sich selbst berühren kann, verliert das Gefühl des eigenen Ich – vor allem beim Verlust von weiteren Sinneswahrnehmungen. Im nächsten Schritt wurden ihre Ohren verschlossen, um das Gefühl für den Raum zu verlieren. Dies wurde durch das abdunkeln der Augen mit einer Brille nochmals verstärkt. Besonders in ihrer Akte kann man besonders genau nachvollziehen, wie ein Mensch Schritt für Schritt seine Identität verliert. Zuerst dämmerte sie vor sich hin. Nach fünf bis sechs Stunden wurde sie begriffsstutzig und unfähig einen klaren Gedanken zu fassen. Das menschliche Gehirn verträgt es gerade einmal ein bis höchstens zwei Tage ohne Reize auszukommen. Danach beginnt es von selbst Töne und Bilder zu erzeugen. Das Gehirn beginnt zu halluzinieren. Die Person verliert das Zeitgefühl, die Orientierung und jegliches Gefühl für Raum und Geist. Infolge der ununterbrochenen Panikattacken kann sich bereits nach vier bis fünf Tagen das eigene Ich auflösen.

MK-Ultra Opfer

Opfer der sensorischen Deprivationsfolter

Der Ich-Verlust ist die Grund- voraussetzung eines Mandschurischen Kandidaten. Der Körper gibt auf und gibt sich der Situation hin! Nach mehrwöchigem Sinnesentzug hatten Patienten wie Mary C. tatsächlich ihre Depressionen überwunden, aber gleichzeitig das eigene Ich, das den Menschen und die Persönlichkeit ausmacht, verloren. Dies führte teilweise soweit, dass die Opfer sogar das Gehen neu erlernen mussten. Sie wurden zu Menschen auf dem geistigen Stand von Kleinkindern, unfähig in der Gesellschaft zurechtzukommen. Einige Testpersonen wurden bis an ihr Lebensende in Einrichtungen für hoffnungslose Fälle von Geisteskrankheiten untergebracht. Schätzungen zufolge geht man letztlich von tausenden Opfern aus. Sie leiden unter Angst und sind psychisch stark geschädigt.

Kinder Versuche

Auch Kinder wurden zu Opfern

Mit der alleinigen Zerstörung der Psyche wollte sich die CIA nicht zufriedenstellen. Sie wollten noch einen Schritt weitergehen und den perfekten Spion, den perfekten Killer schaffen. Es war das erklärte Ziel eine perfekte, steuerbare Persönlichkeit zu schaffen. Einen Mandschurischen Kandidaten! Eine Person die für jeden Einsatz, egal wie gefährlich, einsatzfähig ist. Dem Probanden werden seine eigenen Erinnerungen gelöscht und neue künstliche Erinnerungen eingepflanzt. Ein menschlicher Roboter, der für die Regierung arbeitet, ohne es zu wissen.  Um diese Ziel der absoluten Kontrolle über eine Person zu erreichen, verfügte das MK-Ultra Programm bis zu 149 Unterprogramme von denen 14 sicher Menschenversuche waren, sechs Projektversuche, die an unwissenden Personen statt- fanden sowie 19 weitere mit eventuellen Versuchen an Menschen.

1973 wurden über 90% aller MK-Ultra Dokumente im Namen der nationalen Sicherheit zerstört, da diese wie sonst üblich nach 30 Jahren veröffentlicht werden. Trotz der vergleichbar geringen Anzahl an verbleibenden Dokumenten konnte zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass das große Ziel von MK-Ultra in den Grundzügen erreicht wurde. Mandschurische Kandidaten wurden nicht nur erschaffen, sondern kamen wohl in gewisser Art und Weise in verschiedenen Operationen zum Einsatz. Trotzdem machen nicht wenige einflussreiche Personen immer wieder darauf aufmerksam, dass die Medien bewusst auf die Geschichte rund um den mandschurischen Kandidaten gelenkt wurden, um vom eigentlich Ziel, der Suche nach der perfekten Folter- und Verhörmethode abzulenken.

Besonders ein Dokument aus dem Jahre 1955 verdeutlicht die ausgeschriebenen Hauptziele der MK-Ultra Experimente am deutlichsten:

  1. Erforschung von Substanzen die unlogische Reaktionen und Impulsivität hervorrufen, die der Person in der Öffentlichkeit schaden.
  2. Mittel, die die Konzentration und Wahrnehmung steigern
  3. Mittel um Personen schneller bzw. langsamer altern zu lassen
  4. Mittel, die die berauschende Wirkung von Alkohol steigern
  5. Mittel um die Symptome bestimmter Krankheiten zu erzeugen, um diese in einer umkehrbaren Weise fälschlich vorzutäuschen
  6. Mittel die einen zeitweisen/permanenten Gedächtnisverlust erzeugen
  7. Substanzen die es ermöglichen Folter, Nötigung und Entbehrungen zu widerstehen
  8. Möglichkeiten zu erforschen, um Gedächtnisverlust von während der Einnahme einer Substanz bzw. vorangeganger Ereignisse zu erzeugen
  9. Erzeugung von Substanzen, die eine Blasenbildung der Haut hervorrufen
MK-Ultra Dokument

Ausschnitt aus einem der veröffentlichten MK-Ultra Dokumenten

Trotz aller „Erfolge“ das Gehirn zu löschen, gab es noch eine Frage zu klären: Wie schafft man es, ein neues Ich einzupflanzen. Ein mandschurischer Kandidat ist nur einsatzfähig, wenn er im Unterbewusstsein seinen neu programmierten Einsatzbefehl im richtigen Moment, mit dem richtigen Code (Stichwort) ausführen kann. Dafür entwickelte Cameron das „Psychich Driving“. Nach der Behandlung mit Elektroschocks und Drogen ließ er die Patienten ununterbrochen mit Botschaften vom Band berieseln, bis sich diese tief ins Unterbewusstsein gebrannt haben.

Eine besonders erfolgreiche Behandlung erzielte man 1968 mit der Patientin Virginia. Sie war ursprünglich auf ihren Mann krankhaft eifersüchtig und wollte kaum Sex mit ihm haben. Nach zehn Ehejahren schien eine Scheidung unumgänglich. Um aus ihr eine lustvolle und ausgeglichene Person zu machen, erfolgte die Behandlung in zwei Schritten. Zuerst sollte sie sich an ihre Wutanfälle erinnern. Sobald sie diese aussprach, versuchte man diese Erinnerung mittels Elektroschock auszulöschen. Danach folgte das Psychich Driving, indem ihr Ehemann die vorher definierten und aufgeschriebenen Wunscheigenschaften laut vorlas. Innerhalb von sieben Sitzungen wurde aus Virginia eine gänzlich unterwürfige Molly, die sich sogar noch Jahre nach der Behandlung an ihr früheres Ich nicht erinnern konnte.

Die CIA machte vor nichts Halt um ihre Ziele zu erreichen – selbst vor Mord an der eigenen Zivilbevölkerung. Als der 42-jährige Tennisspieler Harold Blauer 1952 wegen Depressionen nach seiner Scheidung das New York Psychiatric Institute aufsuchte, stellte er aus Sicht der Ärzte die ideale Testperson eines Mandschurischen Kandidaten dar. Er war gut durchtrainiert und somit aus körperlicher Sicht als sogenannter Schläfer bestens geeignet. Was er nicht wusste: Die Klinik war eines der führenden Institute, bezog Fördergelder von der CIA und stellte ein wichtiges Forschungszentrum für die Operation Artischocke – dem Vorgänger von MK-Ultra, dar. Die Aufgabe der Ärzte bestand darin, eine Chemikalie zu finden, um die Persönlichkeit zu brechen. Blauer verließ das Institut nicht mehr lebend! Sein Todeskampf wurde von den anwesenden Ärzten genauestens aufgezeichnet, anstatt das Experiment abzubrechen. Diese Aufzeichnungen existieren bis in die heutige Zeit. Einer dieser Ärzte, der diesem Experiment und dem Tod des Kandidaten beiwohnte war der Biochemiker Dr. Frank Rudolph Olson. er arbeitete für das Militär unter anderem an dem Kampfstoff Anthrax. Obwohl er mit tödlichen Kampfstoffen sein Geld verdiente, war er privat ein liebevoller Familienvater, Lebemann und kontaktfreudige Person, der auch gerne einmal direkt seine Meinung kundtat. Aufgrund seiner emotionalen Art stufte ihn die CIA als Risikoperson ein. Trotz der darauf folgenden Überwachung, bekam er 1950 einen Diplomatenpass, wurde CIA Mitglied und wohnte bereits kurze Zeit später MK-Ultra Experimenten, wie die des Tennisspielers Harold Blauer bei. Dokumente belegen, dass vom Geheimdienst bereitgestellten Forschungsgelder nicht nur an die Institute selbst flossen, sondern an ausgewählte Ärzte direkt. Sozusagen als Motivation schnellstmöglich eine manipulative Superdroge zu finden. 1952 kam Harold Blauer aufgrund einer tödlichen Injektion mit darauf folgenden Kreislaufkollaps und Herzversagen zu Tode – nur wenige Monate vor dem mysteriösen Tod des Arztes Dr. Olson selbst!

Olsen Reisepass

Reisepass von Dr. Frank Rudolph Olson. CIA-Mitglied und Mind-Control Opfer

1953 wurde Olson auf geheime Mission nach Deutschland, Frankreich und Italien geschickt. Bei seiner Rückkehr in die USA war er nicht mehr dieselbe Person. Zuhause angekommen vertraute er sich seiner Frau an und erzählt von furchtbaren Erlebnissen und über seine Zweifel, ob er denn das richtige mache. Im westlich geprägten Teil Deutschlands wurde er in einem der, unter dem Codewort Operation Artischocke laufenden Geheimgefängnisse Zeuge eines Mordes, als ein Gefangener durch die CIA mit harten Mind-Control-Techniken verhört wurde. Dies erschütterte ihn zutiefst, dass er sogar den Gedanken fasste aus der CIA wieder auszusteigen. Noch zuvor vertraute er sich mit seinen Sorgen einem CIA-Psychologen an – sein wohl größter Fehler! Der CIA-Arzt gibt Olsons Bedenken und Wunsch den Dienst zu quittieren der CIA-Führung weiter und nur wenige Tage später kam es zu einem Geheimtreffen in Oakland. Dort wurde die Mind-Control Technik an ihm selbst angewandt – in Form einer Wahrheitsdroge im Getränk. Nur zwei Tage später flog er mit einem Kollegen nach New York. Am 28. November starb er unter mysteriösen Umständen beim Sturz aus dem 13. Stockwerk des Hotels „Pennsylvania“. Angeblich Selbstmord. Trotz aller Aufdeckungen der letzten Jahrzehnte, ist sein Tot bis heute nicht endgültig geklärt.

Viele können sich sogar vorstellen, dass ein Mann als mandschurischer Kandidat in die Geschichtsbücher eingehen könnte. Kurz nachdem Robert F. Kennedy am 5. Juni ermordet wurde, verhaftete man den palästinensischen Einwanderer Sirhan Sirhan. Obwohl man neben der Tatwaffe auch noch mehrere Hinweise auf ein mögliches Mordmotiv fand – darunter ein Schriftstück mit einer eindeutigen Morddrohung, gibt es nach wie vor viele Verschwörungtheoretiker, die fest daran glauben, Sirhan Sirhan hätte nicht aus freien Willen gehandelt. Ihm soll angeblich der Satz „Kennedy muss vor dem 5. Juni sterben“ mittels Mind-Control-Techniken ins Gehirn gebrannt worden sein. Diesen Satz hatte er wieder und wieder in seinem Tagebuch geschrieben. Ein mandschurischer Kandidat als Attentäter? Sirhan Sirhan sitzt bis heute im Gefängnis, nachdem seine Todesstrafe in eine lebenslange Haft umgewandelt wurde.

Robertt Kennedy

Robert F. Kennedy nachdem er erschossen wurde. War der Schütze ein mandschurischer Kandidat?

Nach dem Vietnamkrieg gab es in den USA einen politischen Wandel. Die US-amerikanische Bevölkerung machte sich zum ersten Mal Gedanken, ob ihre Regierung tatsächlich immer Recht hätte, die richtigen Entscheidungen treffen würde und ob man Ihr vertrauen kann. Das erleichterte es den infolge von MK-Ultra gepeinigten und unterdrückten Menschen, sich zu öffnen und von den Erlebnissen zu erzählen.

Als Mitte der 70er Jahre mehrere Vorfälle von staatlich angeordneter Folter öffentlich wurden, beschäftigten sich mehrere Untersuchungskommissionen des US-Kongresses mit illegalen Aktivitäten mehrerer Geheimdienste, sowie des FBI im In- und Ausland. Besondere Bekanntheit erlangte ein als „Church Committee“ bezeichneter Untersuchungsausschuss, dessen Arbeit durch die systematische Vernichtung beinahe aller CIA-Akten zum Projekt MK-Ultra unter Weisung von  CIA-Direktor Richard Helms im Jahr 1973, stark erschwert wurde. Helms war bis zu seiner Berufung zum CIA-Direktor der Hauptverantwortliche für das MK-Ultra Programm, sowie in den frühen 1970er Jahren an CIA Operationen in Chile verwickelt. Da die Rückverfolgung seiner ungefähr 150 verschiedenen Forschungsprojekten nicht mehr möglich war, stützten sich die offiziellen Untersuchungen der Mind-Control Versuche auf die verbliebenen Akten, die dennoch die Strukturen und die Reichweite gut verdeutlichten. Es gab mehrere offizielle Untersuchungen in den USA. 1975 untersuchte die von Präsident Gerald Ford eingesetzte „Rockefeller-Kommission“ die Vorgänge unter MK-Ultra. Dies führte zur Aufdeckung der Olson Affäre. Im Jahr 1977 befasste sich das Church Committee mit den Vorgängen um MK-Ultra, in dessen Ausschuss der Senator Edward Kennedy eine entscheidende Rolle spielte.

Der Deputy Director der CIA gab an, dass über 30 Universitäten und Institutionen an »intensiven Test- und Forschungsprogrammen« beteiligt waren, die Drogenversuche an unwissenden Menschen »aller sozialen Schichten, aus den USA und anderen Ländern« umfassten. Zahlreiche Tests umfassten die Gabe von LSD an »unwissende Personen in Alltagssituationen«. Mindestens ein Todesfall, der von Frank Olson, war eine Folge der Experimente. Die Behörde gab selbst zu, dass die Tests kaum einen wissenschaftlichen Sinn hatten. Die zur Aufsicht der Experimente eingesetzten Agenten hatten keinerlei wissenschaftliche Qualifikation.

– Edward Kennedy

Im Zuge der Untersuchungen der Rockefeller Kommission kam zu Tage, dass Olson vor seinem angeblichen Suizid unter Einfluss der Droge LSD gestanden habe, dass ihm von der CIA als unfreiwillige wissenschaftliche Testperson unwissentlich verabreicht wurde. Daraufhin plante seine Familie die CIA zu verklagen, da sie den Verdacht hegten, man habe sie 22 Jahre lang über das wahre Schicksal Olsons belogen. Gerald Ford versuchte die Angelegenheit mittels einer Zahlung von 750.000 Dollar an die Witwe, sowie einer Entschuldigung durch den Präsidenten rasch beizulegen, um einen gerichtlichen Prozess und dem Bekanntwerden geheimer MK-Ultra Akten zu verhindern. Die Witwe von Olson bekam vom damaligen CIA-Direktor William Egan Colby eine Reihe von Dokumenten ausgehändigt, die die Selbstmordtheorie unter Drogeneinfluss stützen sollten. An der Vorbereitung dieser schnellen Lösung waren der damalige Stabschef des Weißen Hauses, Dick Cheney und der Verteidigungsminister Donald Rumsfeld maßgeblich beteiligt. Olsons Sohn ließ darauf den Leichnam seines Vaters exhumieren, wobei man auf schwere Kopfverletzungen die vor dem Sturz zugefügt worden sind, stieß. Daraufhin eröffnete der Bezirksstaatsanwalt von Manhattan, Stephen Saracco ein Vermittlungsverfahren, das von der CIA und dem US-Justizministerium gezielt blockiert wurde. Nach mehreren Monaten erkämpfte sich Stephan Saracco das Recht mehrere Zeugen durch eine Grand Jury zu vernehmen. Unter anderem plante er den damaligen CIA-Direktor William Colby vorzuladen. Dieser jedoch starb nach Bekanntwerden seiner Vorladung während eines Ausfluges mit einem Kanu. Infolge der Ermittlung fand man sein Haus in einem Zustand vor, der auf eine eilige Flucht hindeutete. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten hatte er beim Unfall keine Schwimmweste getragen und seiner Frau nichts vom Ausflug erzählt. Nach achtjähriger Ermittlungsdauer wurde das Verfahren ohne Ergebnis eingestellt. Von vielen Seiten wurde die Vermutung geäußert, dass Olson wohl ein Risiko darstellte und  deshalb ermordet wurde. Es wurde auch spekuliert, ob er womöglich vom Kampfeinsatz chemischer Waffen, an deren Entwicklung er ebenfalls beteiligt war, gewusst habe. Der chinesische Premierminister Zhou Enlai beschuldigte die USA des Einsatzes chemischer Kampfstoffe während des Koreakrieges. Ein Vorwurf der bis heute dementiert wird.

Dass Teile der US-amerikanischen Regierung tatsächlich an Mind-Control Experimenten teilnahm ist nicht nur erwiesen, sondern letztlich auch vom obersten Gerichtshof und der CIA bestätigt worden. Außerdem untersuchte der Kongress die Mind-Control Experimente einschließlich MK-Ultra. Es ist Fakt und kein Mythos! In Angesicht der Opferanzahlen gab es zwar so etwas wie eine gewisse Entschuldigung, aber eine Entschädigung für die Opfer gab es nie.

Guantanamo-Bay

Erkenntnisse aus den MK-Ultra Experimenten werden bis heute angewandt

Im Gegensatz zu den USA wurden in Kanada erst 1984 Details zu MK-Ultra Versuchen bekannt. Noch nach Bekanntwerden der Experimente in den USA, stellte die kanadische Regierung weitere 500.000 Dollar zu Forschungszwecken von MK-Ultra in ihrem eigenen Land bereit. Jeder der 127 Opfer bekam jeweils 100.000 Dollar Entschädigung zugesprochen. Alle Aufzeichnungen die infolge Dr. Camerons Tätigkeiten in Kanada entstanden, wurden nach seinem Tod von seinen Verwandten vernichtet.

1963 wurden die wichtigsten Erkenntnisse und wirkungsvollsten Foltermethoden in einem CIA-Handbuch zusammengefasst. Man weiß heute, dass den Soldaten im Irak- und Afghanistankrieg einzelne Auszüge aus dem Handbuch mitgegeben wurden und bis heute zum Einsatz kommen – belegbar durch Bilder aus Guantanamo.

Für ähnliche Taten wurden die Nazis infolge der Nürnberger Prozess verurteilt und anschließend gehängt. Verbrechen ähnlicher Grausamkeit machten das Nazi-Regime zum unmenschlichen Satanen. Wo ist der Unterschied zu den deutschen KZs, wenn Kriegsverbrecher in die USA ausgeliefert wurden, um dort im geschützten Umfeld ihre menschenverachtenden Experimente fortzusetzen? Wie sollten in Zukunft auf menschliche Art und Weise Medikamente erforscht und getestet werden? Ist Forschung ohne Menschenopfer überhaupt machbar? Gehören Mind-Control Experimente tatsächlich der Vergangenheit an, oder werden die Versuche weiterhin fortgeführt? Unter welchen Methoden ist dies vorstellbar?  Lasst  mich an eurer Meinung teilhaben und schreibt sie in die Kommentare!


Weiterführende Links:
Wikipedia-Artikel zur „Operation Artischocke“ (07.02.2016, 22:16) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zum Projekt „MKULTRA“ (07.02.2016, 22:21) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zu Richard Helms (07.02.2016, 22:23) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zu Allen Welsh Dulles (07.02.2016, 22:26) -Deutsch
Wikipedia-Artikel zu Sidney Gottlieb (07.02.2016, 22:28) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zu Project MKUltra (07.02.2016, 22:30) – Englisch
„Wikia“ zu Verschwöhrungstheorien um MK-Ultra (07.02.2016, 22:31) – Deutsch
NP Neopresse: MK-Ultra – Diese Verschwöhrungstheorien stellten sich als wahr heraus (07.02.2016, 22:35) – Deutsch
RationalWiki zu MKULTRA (07.02.2016, 22:37) – Deutsch
Listverse.com – 10 Real Victims Of CIA’S MKULTRA Program (07.02.2016, 22:42) – Englisch, Youtube
Movieplot: Hintergründe zu MK-Ultra; Filme rund um MK-Ultra (07.02.2016, 22:44) – Deutsch
Wired.com:  April 13, 1953: CIA OKs MK-Ultra Mind-Control Tests (07.02.2016, 22:48) – Englisch
Der Spiegel online: Unethisch, unorthodox, illegal) (07.02.2016, 22:50) – Deutsch
Youtube-Video: Welt Der Wunder – MKULTRA-Geheimnis entlarvt (07.02.2016, 22:55) – Deutsch, Youtube
Ritual Abuse Pages: CIA, mind control, Nazis, mk-ultra, ritual abuse information (07.02.2016, 22:57) – Englisch
Henry Makow.com: MK-Ultra Victim Claims Tortured by Mengele“ (07.02.2016, 23:00) – Englisch
Wikipedia-Artikel zu Harold Blauer (07.02.2016, 23:01) – Englisch
Wikipedia-Artikel zu Frank Olson (07.02.2016, 23:03) – Englisch
Wikipedia-Artikel zur „Sensorischen Deprivation“ (07.02.2016, 23:05) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zu Robert F. Kennedy (07.02.2016, 23:07) – Deutsch
Die Presse Artikel: Als die CIA Bürger zu Versuchskanninchen machte (07.02.2016, 23:09) – Deutsch

Quellenangaben:
Titelbild: http://www.neopresse.com/politik/mkultra-nsa-gesteuerter-putsch-diese-verschwoerungstheorien-stellten-sich-als-wahr-heraus/ (07.02.2016, 23:13) – MK-Ultra Gehirn

 

http://unexplainedmysteries.org/post/108668261551/operation-paperclip-conspiracy-dark-side-of-the (07.02.2016, 23:15) – Operation Paperclip
https://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Ewen_Cameron#/media/File:Donald_Ewen_Cameron_canmedaj01237-0046-a.jpg (07.02.2016, 23:17) – Abbildung von Dr. Donald Ewen Cameron
http://www.abeldanger.net/2014/04/leonard-cohen-and-mkultra-military-mind.html (07.02.2016, 23:19) – Mind-Control 101
https://criticomblog.wordpress.com/category/mkultra/ (07.02.2016, 23:23) – Menschenversuche an Kindern
https://de.wikipedia.org/wiki/MKULTRA#/media/File:Mkultra-lsd-doc.jpg (07.02.2016, 23:25) – Ausschnitt aus den MK-Ultra Protokollen
http://www.wired.com/2010/04/0413mk-ultra-authorized/ (07.02.2016, 23:27) – Reisepass von Dr. Frank Rudolph Olson
http://en.tengrinews.kz/people/Photographer-who-captured-Robert-Kennedy-assassination-dies-23093/ (07.02.2016, 23:29) – Robert F. Kennedy nach den tödlichen Schüssen
http://www.tagesspiegel.de/politik/gewalt-in-guantnamo-zur-folter-benoetigt-man-immer-einen-arzt/1492358.html (07.02.2016, 23:31) – Häftlinge in Guantanamo