Atombombenkatastrophe über Spanien

Atombomben über Spanien
Als am 17. Jänner 1966 zwei Flugzeuge während eines Auftankmanövers in der Luft kollidierten, verwandelte sich das malerische Küstendorf Palomares zum Ort des wahrgewordenen „Nuclear Nightmare“. Beim Absturz verlor der B-52G Bomber der US Air-Force die wohl denkbar gefährlichste Ladung: Aus etwa 9450 Metern vielen vier scharfe atomare Wasserstoffbomben zu Boden von denen zwei beim Aufschlag barsten und den Küstenort nachhaltig atomar verseuchten.

Seit Jahren gilt die spanische Region um Alméria als aufstrebende Tourismusregion. Abgesehen von kleineren, abgesperrten Gebieten zeugt heute kaum noch etwas von der der dramatischen Vergangenheit, die am 17. Jänner 1966 ihren Ursprung hat und bis heute dem Dorf anhaftet.

Palomares Karte_groß

Palomares, der Ort des Unglücks

Im Zuge des kalten Krieges wurde von der US-Air Force eine 24-Stunden Bereitschaft der US-Atomstreitkräfte eingerichtet, um im Falle eines  atomaren Erstschlags das sowjetische Hoheitsgebiet innerhalb von zwei Flugstunden zu erreichen. Diese Bereitschafsflüge bestanden aus bis zu zwölf B-52 Bomber die sich zu jeder Tag- und Nachtzeit auf vorher festgelegten Routen bewegten und  jeweils mit mehreren scharfen Wasserstoffbomben bestückt waren. Um zu jeder Zeit mehrere Flugzeuge in zeitnaher Distanz zur sowjetischen Grenze zu halten, wurden die Bomber von Flugzeugen in der Luft betankt.

Castle_Romeo

Bei der Wasserstoffbombe von Palomares handelt es sich um eine Weiterentwicklung der konventionellen Atombombe wie sie auch in Hiroshima 1945 zum Einsatz kam. Dabei bringt die freigewordene Energie der eigentlichen Atomexplosion das darin gekühlte Deuterium zur Kernschmelze. Die dabei ausgelöste Sprengkraft mit rund 1,5 Megatonnen TNT übertrifft die der Hiroshima-Bombe um das bis zu  5000-fache

Eine Route dieser Operation Chrome Dome führte von Nordspanien, über das Mittelmeer und bei der Rückkehr über die südspanische Küste und anschließend wieder zurück über den Atlantik in die USA. Um die Bomber länger in der Luft zu halten, wurden die Flugzeuge in der Luft betankt. Eine dieser Schlüsselstellen befand sich genau über Palomares – der „Saddle Rock Refueling Area“. Am 17. Jänner 1966 näherte sich ein B-52G Bomber der 68. Bomb Wing mit vier scharfen nuklearen Wasserstoffbomben des Typs B28RI an Bord, dem Tankflugzeug KC-135,  um genügend Kerosin für die Atlantiküberquerung aufzunehmen. Der strategische Bomber hatte sich dem offiziellen Untersuchungsbericht zufolge zu schnell an den Tankausleger unter dem Flugzeugheck genähert. Der Ausleger des Tankflugzeugs bohrte sich infolge dessen in die Tragflächenaufhängung und die linke Tragfläche riss ab. Der ausströmende Treibstoff fing sofort Feuer und das Tankflugzeug stürzte ab. Alle vier Besatzungsmitglieder kamen dabei zu Tode.

Operation_Chrome_Dome

Die Flugrouten der Operation „Chrome Dome“

Fünf der sieben Besatzungsmitglieder des B-52 Bombers konnten sich mittels Fallschirm aus dem brennenden Flugzeug retten, wobei sich ein Fallschirm nicht öffnen ließ. Ein Besatzungsmitglied stürzte ins Meer und drei Personen landeten an Land, wobei einer schwerste Verletzungen davon trug. Insgesamt gab es bei dem Unglück sieben Tote, vier Personen überlebten.

Infolge des Zusammenstoßes der Flugzeuge lösten sich die Wasserstoffbomben und vielen auf Palomares nieder. Eine Bombe landete im Meer, eine Weitere landete mit geöffneten Fallschirm sanft in einem ausgetrockneten Bachbett und die drei Anderen fielen mit einer Geschwindigkeit von etwa 99Meter/Sekunde zu Boden, sodass der konventionelle Sprengstoff explodierte und 20 Kilogramm des darin enthaltenen Plutoniumstaubs sowie die Bombentrümmer in einem Umkreis von 220 Hektar Agrarland verteilt wurden. Lediglich die intakt gebliebenen Schutzmechanismen verhinderten eine Detonation der Wasserstoffbomben selbst und retteten Millionen von Menschen das Leben! In Anbetracht der gewaltigen Sprengkraft dieser Bomben wäre Spanien nicht nur in ungeahntem Ausmaß verwüstet, sondern große Teile Westeuropas für viele Generationen nuklear belastet worden!

Es war ein wahres Worst Case Szenario für die USA und deren Verbündeten – in der Fachsprache als „Broken Arrow“ bezeichnet. Abgesehen von der beinahe Atomexplosion war eine vierte Bombe ins Meer gestürzt und verschollen! Neben der allgemeinen Gefahr die von einer Massenvernichtungswaffe ausgeht, ist auch die militärische Geheimhaltung von immenser Bedeutung – besonders inmitten des kalten Krieges! Beim Aufschlag der Bombe auf das offene Wasser konnte ein sich dort zufällig befindender Fischer, das Suchgebiet für die Suchtruppen auf ein Minimum eingrenzen. Auf seine Beobachtungen stützten sich die nachfolgend eintreffenden US-Marines bei der Suche. Trotzdem sollte es ganze 80 Tage dauern bis die verschollene H-Bombe mit Hilfe eines Bergungs-U-Bootes in fast 900 Metern Tiefe gefunden und gehoben werden konnte. Alleine diese Kosten beliefen sich auf mehr als 6 Millionen US-Dollar!

Wasserstoffbombe_Palomares

Die beschädigte Wasserstoffbombe nach der Bergung

Auf das Unglück in Palomares startete die wohl bislang größte zivile Aufräumaktion des US-amerikanischen Militärs. Insgesamt beteiligten sich 33 Kriegsschiffe mit mehr als 3000 US Soldaten um 1400 Tonnen verstrahlter Erde in Fässer zu füllen, sowie Trümmerteile zu bergen und diese anschließend mit dem Schiff USNS Boys nach South Carolina zur Entsorgung beziehungsweise Endlagerung zu bringen. Spätere Nachmessungen zeigten, dass der Plutoniumstaub über der Unglücksstelle hinweg, bis in die Bergregionen verfrachtet wurde und demnach das verseuchte Gebiet weit größer ist, als 1966 ursprünglich angenommen. Zivile Verletzte gab es von offizieller Seite zwar keine, dennoch wurde trotz der Verseuchung keiner der 2000 Bewohner evakuiert. Die Bewohner Palomares fungieren seither als unfreiwillige Versuchskaninchen für die Wissenschaft und dienen als Untersuchungsobjekte eines Langzeitexperiments.

Dekontaminierung_Palomares

Dekontaminierung der Küstenabschnitte von Palomares 1966

Das Unglück führte zwischen der US-Regierung und der damals in Spanien herrschenden Diktatur unter Francisco Franco zu diplomatischen Spannungen, die trotz groß angelegter Verschleierungsversuchen seitens der spanischen Regierung, in Massenproteste von Atomenergie- und Atomwaffengegnern mündete. Vier Tage nach dem Unglück gab die spanische Regierung bekannt, dass in Zukunft keine Überflüge von NATO-Flugzeugen mehr genehmigt würden.

Am 21. Jänner 1968 kam es zu einem weiteren schwerwiegenden Zwischenfall mit einem B-52 Bomber auf Höhe der Thule Air Base in Alaska. Auch dieses Flugzeug verlor beim Absturz die geladenen Wasserstoffbomben und auch hier explodierte der konventionelle Sprengstoff, der das Plutonium freisetzte und eine weiträumige Verseuchung zur Folge hatte. Im Gegensatz zu Palomares konnte eine der H-Bomben bis heute nicht gefunden werden und birgt mit dem darin enthaltenen Urancocktail eine nicht einzuschätzende Gefahr. Das große Risiko sowie auch die erfolgreiche Weiterentwicklung U-Boot gestützter Raketensysteme führte schließlich zur Einstellung der Operation „Chrome Dome

Aus medizinischen wie auch wissenschaftlichen Gründen werden einmal im Jahr sämtliche Bewohner  mittels Urin- und Bluttests auf Tumore getestet, deren medizinischen Auswertungen den Betroffenen vorenthalten werden. Obwohl die Bewohner Palomares eine vielfach höhere Krebsrate als Vergleichspersonen in anderen Landesteilen aufweisen, wird eine Verbindung mit dem Unglück von offizieller Seite von der Hand gewiesen. Die Regierung begründet die erhöhten Werte mit dem Einsatz von Pestiziden in der von Landwirtschaft geprägten Region.

Erst auf Druck der Bevölkerung wurden 660 Hektar Land nochmals auf radioaktive Verstrahlung gemessen. Die dabei Insgesamt 300.000 erstellten Messpunkte wurden auf eine dreidimensionale Karte übertragen. Dabei zeigte sich, dass die radioaktive Belastung weitaus höher ist, als zunächst angenommen. Man geht davon aus, dass sich die Lage seit dem Unglück 1966 sogar noch verschlimmert hat, weil das ausgetretene Plutonium nach gewisser Zeit in flüchtige Bestandteile zerfällt und leichter durch die Luft übertragen werden kann.

Auswirkung der Atomexplosion

Auswirkungen einer Atomexplosion durch Wasserstoffbomben in Palomares

Seit der Katastrophe ist auch im einst ärmlichen Dorf die Zeit nicht gänzlich stehengeblieben. Der Tourismusboom der Mittelmeerküsten hat zwar nie in Palomares selbst, aber in den umliegenden Ortschaften Einzug gehalten. Tomaten werden auf dem zuvor als bedenklich eingestuften Böden wieder angebaut und finden sich auch in Supermarktregalen in Österreich und Deutschland wieder. Lediglich in kleinen abgesperrten Zonen um die damaligen Bombenfundorte, ist die Vergangenheit bis heute sichtbar und die Normalität nicht zurückgekehrt. In den 2011 veröffentlichten „Wikileaks Depeschen“ fand sich ein Dokument, das berichtete, dass sich die USA nach Ablauf des Abkommens mit der spanischen Regierung von 1966, an den weiteren Dekontaminierungen nicht mehr beteiligen möchte, obwohl eine weitere großangelegte Abtragung verseuchter Böden notwendig sei, um das geschätzte halbe Kilo verbliebenen Plutoniums aus den Boden zu bekommen. Natürlich sind 44 Jahre eine lange Zeit um für ein Unglück die Verantwortung zu übernehmen, aber bei Plutonium mit einer Halbwertszeit von 24.360 Jahren, sicherlich nicht! Bei die Frage der zukünftigen Verantwortung stellt sich das Problem, mit welchen Mitteln man im felsigeren Gebiet gegen das verbliebene Plutonium und Americium vorgehen soll? Überdies hinaus beschloss die USA sämtliche Zahlungen an die damals geschädigten Personen einzustellen, obwohl bereits im Jahr 2001 CIEMAT feststellte, dass die Strahlenbelastung die Grenzwerte um das 20-fache übersteigt und in Wirklichkeit ein viel größeres Gebiet kontaminiert ist. Diese Studie kam bereits 2008 zur Fertigstellung, wurde aber bis heute nicht veröffentlicht. 2010 wurde von EU-Ebene eine erneute großflächige Dekontaminierung einer 25 Quadratkilometer-Fläche gefordert. Hierbei soll der Boden unter geschützten Zelten in einem Zeitraum von etwa 3 Jahren gesiebt werden und die darin enthaltenen radioaktiven Partikel klassifiziert werden. Zur Frage der Endlagerung und der Finanzierung der anfallenden Kosten von 20-25 Millionen Euro gab es zum damaligen Zeitpunkt noch keine Einigung. Mittlerweile ist man sich jedoch im Grundsatz einig geworden, passiert ist dennoch wenig. Seit die umgebenden Dörfer vom Tourismusboom ab Ende der 90er Jahre stark profitierten, stieg auch das Interesse an Palomares. Deshalb versuchte die Regierung die Grundstücke innerhalb der erweiterten verseuchten Gebiete zu enteignen. Alles im Hintergrund des triebsamen Alltags, um auf keinen Fall die Bevölkerung und vor allem die zahlenden Touristen zu verunsichern. Grundsätzlich wurde auf Seiten der spanischen Regierung, wie auch von den USA alles unternommen um die Hintergründe, Gefahren und Folgen der Atomkatastrophe zu verschleiern. Durch die Vernichtung zahlreicher gemachter Film- und Schriftdokumente ist bis heute vieles ungeklärt und manche Antworten wohl für immer verloren.

 Obwohl der kalte Krieg mit dem Zerfall der Sovietunion sein Ende fand, ist das Thema um Atombomben aktuell wie schon lange nicht mehr. Die USA plant sein Atomwaffenarsenal zu modernisieren, gleichzeitig ist die Abrüstung zwischen den USA und Russland jäh ins Stocken geraten. Mit Blick auf die Krisenherde im Nahen Osten, aber vor allem auf die Insel Krim und Nordkorea muss man ist bereits von einer neuen Bedrohung größerer und kleiner Massenvernichtungswaffen die Rede. Nicht zu vergessen die Giftgassangriffe in Syrien! Wie seht ihr die Zukunft? Hat der Mensch aus seinen Fehlern doch etwas gelernt, oder warten wir alle nur darauf bis es dann doch wieder den großen Knall gibt? Wie seht ihr die Lage in Palomares? Urlaub neben einer Atomkatastrophe ist für euch kein Thema? Oder doch? Bin auf eure Meinung wieder immer sehr gespannt!


Weiterführende Links:
Artikel auf „Überhauptgarnix.blogspot“ (01.12.2015, 00:32) – Deutsch
Beitrag zur damaligen Sachlage in der Onlinezeitung „Telepolis“ aus 2010 (01.12.2015, 00:35) – Deutsch
Offizieller „Palomares Abschlußbericht“ vom 26. Juli 1988 (01.12.2015, 00:38) – Englisch/PDF/Download
Bericht zum Atomunfall über Thule auf „ORF.at“ (01.12.2015, 00:39) -Deutsch
Artikel zu Palomares auf „ORF.at“ (01.12.2015, 00:43) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zur „Operation Chrome Dome“ (01.12.2015, 00:45) – Deutsch
Buchausschnitt aus „Atomwaffenexplosion über Palomares“ auf „amazon“ (01.12.2015, 01:08) – Deutsch
Bericht der „Stuttgarter Zeitung.de“ vom 6. Jänner 2015 (01.12.2015, 00:47) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zum Unglück von Palomares (01.12.2015, 00:48) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zum Thema „Sprengkopf“ (01.12.2015, 01:12) – Deutsch
Wikipedia-Artikel über die Boeing B-52 (01.12.2015, 00:50) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zum Thema B28 Kernwaffe (01.12.2015, 01:13) – Deutsch
Master-arbeit zum Unglück in Palomares (Onlinearchiv der Florida State University) (01.12.2015, 01:163) – Englisch/Download
Air-Forced Medical Services (DocumentB) (01.12.2015, 00:56) – Englisch/PDF
Air-Forced Medical Services (Appendix D) (01.12.2015, 01:17) – Englisch/PDF
Air-Forced Medical Services (Appendix E) (01.12.2015, 01:19) – Englisch/PDF
Abbildungen auf „Wikipedia Commons“ (01.12.2015, 01:20) – Englisch
Spanische Webseite mit Illustrationen zum Unfallhergang (01.12.2015, 00:59) – Spanisch
Artikel auf „NTV.de“ (01.12.2015, 01:00) – Deutsch
Bericht auf „Atomkraftwerkeplag“ (01.12.2015, 01:23) – Deutsch
Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“ – Onlineausgabe (01.12.2015, 01:02) – Deutsch

 Quellenangaben:
Titelbild: http://apuntes.santanderlasalle.es/historia_1/xx/palomares/palomares.htm (01.12.2015, 23:37) – Photoshop

 

https://www.google.at/maps/place/04617+Palomares,+Almer%C3%ADa,+Spanien/@41.670732,-5.2146639,1592931m/data=!3m1!1e3!4m2!3m1!1s0xd7b2afc156fb527:0xa03d27b22c13cc0!6m1!1e1 (01.12.2015, 23:37) – Landkarte mit Palomares
https://de.wikipedia.org/wiki/Kernwaffe (01.12.2015, 23:45) – Atombombentest „Romeo“
https://de.wikipedia.org/wiki/Chrome_Dome (01.12.2015, 23:48) – Flugrouten „Chrome Dome“
https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearungl%C3%BCck_von_Palomares (01.12.2015, 23:50) – Aus dem Meer geborgene Wasserstoffbombe
http://www.n-tv.de/panorama/Atomunfall-verfolgt-die-US-Regierung-article16166766.html (01.12.2015, 23:52) – Dekontaminierung der Küstenabschnitte
http://apuntes.santanderlasalle.es/historia_1/xx/palomares/palomares.htm (01.12.2015, 23:52) – Auswirkungen einer H-Bombenexplosion

 

Erster Leitartikel auf „Überhauptgarnix.blogspot“ (01.12.2015, 00:32) – Deutsch
Beitrag zur damaligen Sachlage in der Onlinezeitung „Telepolis“ aus 2010 (01.12.2015, 00:35) – Deutsch
Offizieller „Palomares Abschlußbericht“ vom 26. Juli 1988 (01.12.2015, 00:38) – Englisch/PDF/Download
Bericht zum Atomunfall über Thule auf „ORF.at“ (01.12.2015, 00:39) -Deutsch
Zweiter Leitartikel auf „ORF.at“ (01.12.2015, 00:43) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zur „Operation Chrome Dome“ (01.12.2015, 00:45) – Deutsch
Bericht der „Stuttgarter Zeitung.de“ vom 6. Jänner 2015 (01.12.2015, 00:47) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zum Unglück von Palomares (01.12.2015, 00:48) – Deutsch
Wikipedia-Artikel über die Boeing B-52 (01.12.2015, 00:50) – Deutsch
Air-Forced Medical Services (DocumentB) (01.12.2015, 00:56) – Englisch/PDF
Spanische Webseite mit Illustrationen zum Unfallhergang (01.12.2015, 00:59) – Spanisch
Artikel auf „NTV.de“ (01.12.2015, 01:00) – Deutsch
Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“ – Onlineausgabe (01.12.2015, 01:02) – Deutsch
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22 Kommentare zu “Atombombenkatastrophe über Spanien

  1. oh…. dessen war ich mir bis dato nicht bewusst. Das ist ja der Oberhammer! Ich glaube auch kaum, dass das noch irgend Jemand im Fokus hat, was da 66 passiert sein soll. Mit anderen Worten, dass ist alles hier komplett verseucht… dazu finde ich gerade gar keine Worte. Wie lange und wie weit das „Zeug“ strahlt, haben uns die diversen Schlagzeilen der Jahre ja vermitteln können. Das ist ja hoch brisant. Als Urlaubsort fällt das somit für mich flach. Wobei das wie mit Kanonen auf Spatzen geschossen ist… denn davon haben wir hier eine ganze Menge mitbekommen und bekommen es noch. Ich enthalte mich mal der Stimme, weil was soll ich sonst dazu sagen, als das ich einfach nur entsetzt ist. Doch so nah… hm… ich müsste mich damit einmal selbst intensiv auseinander setzen. Aber ich nehme das so an und muss es wohl erst einmal so stehen lassen. Danke für Deinen Beitrag – toll, dass du dies wieder in Erinnerung rufst.

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    • Ja, genau deshalb wollte ich darüber schreiben. Unsere heutige Generation sollte wissen, welcher Katastrophe wir entgangen sind. Eine bei mir gezeigte Grafik zeigt, dass durch eine Detonation nur einer dieser Bomben halb Spanien zerstört und verseucht wäre. Bei 4 dieser Bomben wäre das Leben in Europa sicherlich ein wenig anders. Der Vergleich zu Hiroshima ist sicherlich auch ganz gut: 60 Jahre nach Hiroshima ist die Fehlgeburtenrate, die Anzahl der Missbildungen von Neugeburten und Krebsfälle im Allgemeinen um einiges höher als in anderen Gebieten Japans. Aber in Spanien war die Bombe 5000 mal stärker als die Atombombe von Hiroshima und Nagasaki! Das ist echt irre!! An Urlaub ist da nicht zu denken – ganz wahr! Aber auf den Feldern in Palomares wird auch wieder Gemüse angebaut und wird auch weiterhin in unseren Supermärkten in Deutschland, Österreich, Schweiz etc… verkauft und verbreitet sich dadurch erneut…
      Wie dem auch sei – freut mich, dass dir der Beitrag „gefallen“ hat. Hoffe, dass ich in nächster Zeit wieder mehr zum schreiben komme!
      Schöne Grüße und dir auch viel Erfolg beim schreiben 😉

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  2. Danke für deinen Artikel… Ich hatte noch nie was davon gehört – war damals auch irgendwo eine halbe Welt entfernt und bis dorthin kam diese Nachricht wahrscheinlich nicht… und wenn schon, war ich etwas zu jung um dabei stehen zu bleiben… Die Art Bewusstsein brauchte noch einige Jahre um zu erwachen…

    Grüsse!

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    • Ja, auch ich kann mich daran nicht erinnern, da es mich damals noch nicht gab. Aber umso gravierender ist es, dass die Gefahr bis heute noch vorhanden ist aber vergessen wurde. Es soll sich dabei nicht um eine Angstmache handeln, aber ins Bewusstsein rufen, dass Obst und Gemüse aus der Region auch in unsere Supermärkte landet. Bei Fukushima gab es einen Aufschrei und Angst vor der Strahlung, wobei Palomares auch nicht viel besser dran ist!

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  3. Je mehr man weiss, desto schwieriger wird es eigentlich… etwas aus fernen Orten hierher transportieren ist nicht gut für die Erde aber wenn man dann europäische Producte kaufen will, ist es manchmal niet so gut für uns… (?!) Was muss man dann doch machen?… :-/

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    • Du hast vollkommen recht! Je mehr man weiß, desto schwieriger wird es! Natürlich ist es bedenklich, wenn Äpfel oder dergleichen aus Italien günstiger, als Äpfel aus Deutschland im Supermarkt angeboten werden. Jedoch ist das Problem in Palomares ein viel schlimmeres: Als die Atomkatastrophe geschah, durfte niemand mehr das Obst aus der verseuchten Region nach Deutschland exportieren. Es herrschte auch ein Anbauverbot. Jetzt, 50 Jahre später ist das Verbot längst aufgehoben worden und das Unglück längst vergessen. Obwohl das Gebiet der Verseuchung durch Windverfrachtung sogar noch größer wurde und noch immer sehr stark radioaktiv verstrahlt ist! Irgendwann wird auch das Atomunglück in Fukushima vergessen sein und der versuchte Fisch wieder ins Ausland exportiert werden …

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      • Ja, nog so eins… Eerst war es ‚manche Fische sind im Atlantischen Ozean fast ausgestorben‘ – also so viel möglich darauf geachtet dass sie lieber aus der Pazifik kamen… Nach Fukushima war das keine gute Idee… Wir reiten uns fest wo ich auch hinsehe… :-/

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      • Ja, da gebe ich dir absolut recht. Wobei der Fischbestand weltweit bedroht ist! Auch, oder sogar vor allem im Mittelmeer. Jeder gutgemeinte Eingriff ins natürliche Ökosystem hat auch eine negative Auswirkung…

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      • Stimmt!… Eigentlich müsste man etwas tun gegen die mittelalterliche (und noch immer bestehende) Einstellung dass alles auf der Erde nur besteht zum Nutzen von Menschen… 😦

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    • Vergleicht man die konventionelle Atombombe mit einer Wasserstoffbombe erscheint Hiroshima als kleines Ereignis! Das schlimme ist für mich, wie knapp man damals in Europa einer Katastrophe ungeheuren Ausmaßes entgangen ist, und wie wenig man heute darüber erfährt. Die Situation in Nordkorea ist sicherlich sehr prekär trotzdem sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken. Das Regime ist nun für die vielen leeren Drohungen bekannt und von Sanktionen alleine lässt sich wenig bewegen. Davon Abgesehen: Eine Wasserstoffbombe zu bauen ist im Vergleich einer konventionellen Atombombe noch einmal etwas ganz anderes.
      Vielen Dank für dein nettes Feedback 🙂

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  4. Danke für die Info, hatte keine Ahnung davon, es lässt meinen geplanten Spanienbesuch überdenken, zumindest, was die Route betrifft…
    Ich frage mich angesichts dieser Informationen, was wir außerdem alles nicht wissen und worüber wir nicht informiert werden.
    Hier auf der Erde herrscht ein Haufen Irrer. Ich verstehe nicht, dass diesen Leuten nicht klar ist, dass auch sie und ihre Familien betroffen sind, wenn sie die Lebensgrundlagen auf der Erde nach und nach vernichten. Die Erde dreht sich und atomare Katastrophen wirken Jahrtausende nach und zwar auf der gesamten Erde…

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    • Mir ging es sehr ähnlich wie dir, als ich von Palomares zum ersten Mal hörte. Da man Radioaktivität nicht sehen kann, ist es ein einfaches die Folgen zu vertuschen. In Anbetracht des Ausbaus der Atomenergie würde es mich wundern, wenn Fukushima die letzte Katastrophe größeren Ausmaßes war. Palomares hatte bis heute so einschneidende Folgen für Europa und wird trotzdem nicht zu den schlimmsten Atomunfällen gezählt – dafür gab es schon zu viele! Der Wahnsinn ist vor allem, dass im sogenannten ewigen Eis eine Wasserstoffbombe verloren ging, die nur auf die Eisschmelze der Klimaerwärmung wartet, um danach von irgendjemanden gefunden zu werden. Waffen + Radioaktivität: Was gibt es da noch schlimmeres!

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  5. Eine Lösung ist echt schwer zu finden
    Da müsste die Quelle schon Licht (Sonne) sein und der Energieträger aus Luft bestehen. Vielleicht gibt es keine absolute Lösung, wie auch Energie zuerst erzeugt werden muss, bevor sie verbraucht werden kann. Die Wahl des kleinsten Übels wäre meiner Meinung schon ein Anfang. Die Frage ist lediglich, was und wieviel wir und die Umwelt vertragen können.

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  6. Atombombe, Reaktorschaden, Uranmunition… ihre schändlichen Folgen sind gut dokumentiert, doch werden sie unter den Teppich gekehrt. Nach jedem Ereignis wird der Bevölkerung des betroffenen Gebietes erzählt, es sei halb so schlimm. Orte, an denen sich empört wird, vergessen das Thema- zumindest die breite Masse- nach einigen Jahren und, um die Frage zu beantworten, leider lernen wir, die Menschen, nicht. Japan plant wieder auf Atomenergie zu setzen, Großbritannien und Polen bauen ein neues AKW. Hätten „wir“ was gelernt, dann wäre das Thema präsenter in den Medien, Staaten, die ihre Atomindustrie ausbauen, würden kritisiert werden. Stattdessen ist eine erneute Katastrophe abzusehen, ob 2020, 30, 40 oder 50 spielt keine Rolle, Radioaktivität machen Jahrzehnte teilweise nichts aus.
    Das ist der erste Artikel den ich auf deiner/ihrer Seite lese. Ich freu mich auf die nächsten. Liebe Grüße.

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    • Vielen Dank für deine Sicht der Dinge. Muss dir an dieser Stelle absolut recht geben. Vor allem in Japan zeigte sich, wie verharmlost der Unfall wird. Sogar hierzulande ist der Umgang mit Fukushima in keinster Weise mit Tschernobyl zu vergleichen. Auch wenn der Unfall von Tschernobyl um einiges schockierender und gravierender war, sind die Auswirkungen auf die Bevölkerung sehr ähnlich. Während der Schock und die Folgen von Tschernobyl sogar noch der heutigen Jugend bekannt ist, gibt es kaum Bedenken nach Japan und Tokio zu reisen! Und das nach nichteinmal 5 Jahren. Das Meer ist verschmutzt, Leensmittel weisen erhöhte Werte auf, aber Bedenken gibt es kaum. Hört man sich in der Bevölkerung Südkoreas um, wird die Ernsthaftigkeit der Lage deutlicher. Deren Schilderungen und Sorgen gleichen schon eher den Befürchtungen in Westeuropa nach dem Unglück von Tschernobyl.
      Der Vorfall in Japan zeigte auf jedenfall eines ganz klar: Konzerne wie Tepco sind so mächtig, dass selbst ein Aufstand der Bevölkerung beschwichtigt werden kann. Nach dem Unglück gab es zahlreiche Proteste in den Großsstädten Japans. Es brauchte nur schöne Worte, einen badenden Minister und viel politischen Druck um dies alles in wohlgefallen zu formen!

      Freue mich ebenfalls dich bei einer der nächsten Themen wieder zu sehen und wünsche dir an dieser Stelle noch eine schöne Woche!
      Da_Wolf

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    • Freut mich, dass dir der Beitrag gefallen hat. Eine Spiegel-Reportage hat es meines Wissens tatsächlich bislang nicht darüber gegeben, aber unbekannt ist das Ergebnis auch nicht wirklich, wie untenstehende Links (unter dem Artikel) zeigen.

      Grüße,
      Da_Wolf

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