Kann Milch zum frühen Tod führen?

Kuhmilch trinken

Kaum ein anderes Nahrungsmittel polarisiert so sehr wie die Milch. Sei es in der Werbung, von den eigenen Eltern oder sogar von Ärzten: Das enthaltene Kalzium und Vitamin D gelten für den Körper als unentbehrlich. Studien haben sich in den letzten Jahren vermehrt diesen Mythen gewidmet – mit überraschenden Ergebnissen. Auf der einen Seite herrscht die Überzeugung, dass die Milch den Körper über die Maße fit hält. Andere wiederum sehen die verarbeitete Milch als Quelle für zahlreiche Krankheiten.

Eine Studie von 2009 aus Vietnam und Australien verglich die Knochendichte von insgesamt 105 vegan lebenden Studienteilnehmerinnen (Sie verzichten auf tierische Erzeugnisse – also auch auf Kuhmilch) mit denen von ebenso vielen normal essenden Frauen. Überraschenderweise zeigte sich, dass beide Studiengruppen eine nahezu identische Knochendichte aufwiesen. Um einer Studienverfälschung vorzubeugen, stammten ausnahmslos alle Veganer aus einem vietnamesischen Klosterorden. Sie traten meist schon in sehr jungen Jahren ein und lebten nachweislich seither streng vegan. Kalzium gilt üblicherweise als der Knochenmineralstoff und soll von bedeutsamer Wirkung für unsere Gesundheit sein. Jedoch nahmen die untersuchten Nonnen etwa nur 370 Milligramm Kalzium pro Tag zu sich. Das entspricht bei einer empfohlenen Tagesdosis von etwa 1200 Milligramm bei Erwachsenen nicht einmal einem Drittel. Ein zur öffentlichen Meinung noch widersprüchlicheres Ergebnis lieferte eine Studie aus 2014 um  Prof. Michaëlsson vom Karolinska Institute in Stockholm und seinem Team: Es zeigte sich, dass der Milchkonsum nicht nur völlig Nutzlos in Hinblick auf die Vorbeugung von Osteoporose und Knochenbrüchen ist, sondern diesen massiv fördern. Hierzu beobachtete man etwa 60.000 Frauen über einen Zeitraum von 20 Jahren und 45.000 Männer für elf Jahre. Innerhalb des Beobachtungszeitraumes erlitten 17.000 Frauen und 5.000 Männer Knochenbrüche. Nun wird man sich denken, dass vermehrt Probanden mit einem höheren Milchverzehr und der Aufnahme von Kalzium von Brüchen aller Art verschont blieben. Aber das Gegenteil war der Fall! Es zeigte sich sogar, dass das Sterberisiko unter den Milchtrinkern gegenüber der anderen Testgruppe sich erhöhte. An dieser Stelle sei aber gesagt, dass man die Ergebnisse nicht 1:1 umsetzen kann, da natürlich eine Vielzahl von verschiedenen Faktoren wie Vorerkrankungen, das Trinken/Verzicht von Alkohol, allgemeine Lebensweise usw. ebenso zu berücksichtigen sind. Eine Begründung für das überraschende Ergebnis könnte laut Prof. Michaëlsson in der im Milchzucker enthaltenen Galaktose liegen, die sich entzündungsfördernd auf den Körper auswirkt. Dies Bestätigten auch die Blutanalysen der Milchtrinker, die erhöhte Entzündungswerte sowie einen erhöhten oxidativen Stresspegel aufwiesen.

Gerade Kindern und Jugendlichen wird empfohlen besonders viel Milch aufzunehmen, um ein stabiles Knochengerüst auszubilden. Dr. Diane Feskanich von der Harvard University stellte im Jahr 2013 fest, dass genau das Gegenteil der Fall sei. Bei den fast 100.000 Studienteilnehmern zeigte sich, dass ein erhöhter Milchkonsum das Risiko für spätere Knochenbrüche sogar erhöhen kann. Überdies hinaus besteht dieser Studie nach bei längerfristig vermehrter Milchaufnahme die Gefahr bereits im Kindesalter an Diabetes I zu erkranken. Als Autoimmunkrankheit Diabetes Typ I entwickelt sich die Krankheit, wenn die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse der Meinung sind, dass diese der Feind des Körpers sind und umgehend vernichtet werden müssen. Vor allem die Milch-Proteine, im Speziellen das A1 Beta-Casein Protein der Milch scheint diesen Prozess zu begünstigen. In einer anderen vergleichbaren Studie konnte dies bestätigt werden. Es zeigte sich hierbei, dass das Stillen mit Muttermilch den Ausbruch von Diabetes I verhindern kann. Daher raten die Ärzte der Studie dringend das Kind nach Möglichkeit mit der eigenen Muttermilch zu stillen und auf Kuhmilch bzw. Säuglingsmilch auf Kuhmilchbasis weitgehend zu verzichten. Kuhmilch wäre auch im naturbelassenen Zustand als Muttermilch völlig ungeeignet, da sie einerseits die dreifache Eiweißmenge und andererseits 50 Prozent weniger Milchzucker als menschliche Muttermilch enthält. Aus diesen Gründen sind Milchersatznahrungen für Mütter die ihre Kinder selbst nicht stillen können, in der Zusammensetzung der menschlichen Muttermilch angepasst. Warum also sollte Kuhmilch im Erwachsenenalter nützlich sein, wenn sie sogar im Kleinkindalter schon völlig ungeeignet erscheint? Trotz aller umfangreichen Erkenntnisse zeigten andere großangelegte Studien keine Beweise für diese Theorie und konnten deren Forschungsergebnisse nicht reproduzieren. Manche gehen sogar vom Gegenteil aus! Sie nehmen an, dass die Kuhmilch keineswegs Diabetes auslöst, sondern den Körper vielmehr davor schützt. Aber auch diese Studie steht wieder für sich alleine und konnte bislang nicht eindeutig bewiesen werden.

Gut fürs Wachstum

Gut für das Wachstum? Trotz zahlreicher Untersuchungen gibt es noch immer keine eindeutige Antwort.

Eine weitere Studie aus den USA besagt, dass  die erhöhte Aufnahme von Kalzium zu Prostata-Krebs führen könnte. Wiederum wird von manch anderen hervorgehoben, dass die Kuhmilch bei weitem nicht so viel Kalzium enthält, wie uns die Werbung weismachen will. Stattdessen sollte man ihnen zufolge mehr Sesampaste oder Grünkohl essen, da diese im Gegensatz zur Kuhmilch regelrechte Kalziumbomben wären. das Problem ist nicht nur der Kalziumgehalt allein, sondern wie sich dieser zusammensetzt und letztendlich vom Körper verarbeitet werden kann. Die Polemik der unterschiedlichen Studien besteht in der Unklarheit, ob Milch nun tatsächlich Prostata-Krebs auslösen kann und Kalzium tatsächlich der Auslöser dafür ist. Verursacher könnten auch andere – vielleicht noch unbekannte Faktoren sein. Die Befürworter der Kalziumthese gehen bei allen möglichen Horrorszenarien zumindest davon aus, dass Personen mit allgemeinen gesundheitlichen Problemen eine signifikante Verbesserung erleben, wenn sie auf Milchprodukte verzichten. Wer dennoch auf Milchprodukte nicht verzichten möchte, kann bedenkenlos auf Alternativprodukte zugreifen. Mandel-, Hafer-, Reis-, Soja-, Ziegen- und Schafmilch sind  bereits in vielen Drogerien erhältlich und erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit.

Schafmilchprodukte

Alternativprodukte wie Schaf- und Ziegenmilch werden immer beliebter und auch leichter verfügbar.

Milch steht laut neuesten Untersuchungen nicht nur im Verdacht Prostata-Krebs auszulösen, sondern auch die Gefahr einer Darmkrebserkrankung zu erhöhen. Einerseits haben Forscher bei der Auswertung von Metaanalysen herausgefunden, dass der Milchverzehr das Darmkrebsrisiko senkt, andererseits wirft eine vor wenigen Jahren veröffentlichte Studie die Frage auf, ob der Verzehr von Fleisch und Milch des europäischen Hausrinds das Darmkrebsrisiko beeinflusst, dass des Yaks  und Zebus aber nicht? Das würde zumindest die niedrigen Darmkrebsraten in den Ländern wie Indien, der Mongolei und Bolivien erklären, in denen entweder keine Milch oder eben nur vom Yak und Zebu zu sich genommen wird. Die beiden Studienautoren, einer davon der Nobelpreisträger Harald zur Hausen wirft in diesem Kontext die Frage auf, ob womöglich Viren im Hausrind dafür verantwortlich sein könnten.

Es zeigte sich, dass die im Supermarkt üblich erhältliche Kuhmilch für eine Vielzahl an Atemwegserkrankungen (Husten, Schnupfen…) verantwortlich sein kann. Viel Gesünder ernähren sich Kinder auf dem Land, die bevorzugt Rohmilch zu sich nehmen. Jedoch schrillen bei vielen Erwachsenen beim Begriff „Rohmilch“ die Alarmglocken, da man mit der Rohmilch, sofern diese tatsächlich völlig unbehandelt ist, beim trinken die natürlichen Bakterien der Mutterkuh aufnimmt. Einerseits kann hier Entwarnung gegeben werden, da diese Bakterien völlig unschädlich für unser Immunsystem sind, andererseits  ist die Gefahr einer Erkrankung umso größer, je mehr Faktoren gegen eine natürlich Haltung des Tieres sprechen (Massentierhaltung, Fütterung mit Kraftfutter aus Gen-Mais oder Gen-Soja…) und je weniger Auslauf die Kuh hat. Bei all den Sorgen vor angeblich schädlicher Rohmilch ist es also fast schon ein Wunder, dass die Landbevölkerung noch am Leben ist. Und nicht nur das! Sie sind auch noch viel gesünder als jene, die sich mit der ach so sicheren und keimfreien H-Milch aus dem Supermarkt versorgen.

H-Milch

In der Werbung wird mit Milchprodukten gerne die Natürlichkeit suggeriert, wenngleich die enthaltene weiße Flüssigkeit nur noch die Farbe mit dem Ursprung gemeinsam hat.

Heute ist das Pasteurisieren der Milch bei allen Kuhmilchsorten Pflicht. Einzig die vorhin erwähnte Rohmilch nimmt sich von dieser Regel aus. Beim Pasteurisierungsvorgang wird die Milch auf etwa 75 Grad erhitzt, um die Bakterien abzutöten. Dabei gehen nicht nur etwaige Keine zugrunde, sondern auch die in der Milch enthaltenen Verdauungsenzyme, die sogenannte Laktase. Das ist einer der Hauptgründe, dass viele Personen Verdauungsprobleme haben – insbesondere bei Laktoseintoleranz.

Bei der Laktoseintoleranz handelt es sich um das Phänomen, den in der Milch enthaltenen Milchzucker nicht vertragen zu können. In Mittel- und Nordeuropa sind hiervon etwa zehn Prozent der Bevölkerung betroffen. Trinkt diese Bevölkerungsgruppe trotzdem Milch, führt dies nicht selten zu Magenkrämpfen und Durchfall. Im Unterschied zur reinen Milch (Unabhängig vom Bearbeitungsgrad) sind Milchprodukte wie Butter trotz Laktoseintoleranz meist gut verträglich, da Butter vergleichsweise wenig Milchzucker enthält.

Verteilung Laktoseintoleranz

75% der Weltbevölkerung, jedoch nur 10% der Europäer weisen eine Laktoseintoleranz auf.

Geht man tatsächlich davon aus, dass bereits das Trinken von pasteurisierter Milch eine schädigende Wirkung auf unseren Körper hat, geht man bei der Herstellung der immer beliebter werdenden H-Milch noch einen viel größeren Schritt weiter. Hierbei wird In der Produktion die Rohmilch zunächst auf über 150 Grad erhitzt. Bei diesem als Ultrahocherhitzung genannten Verfahren wird die Milch zwar für mindestens sechs Wochen haltbar, dabei aber neben Bakterien auch die körperwichtigen Enzyme, Eiweiße, und ein Großteil der Vitamine und Fette zerstört. Leider lösen sich diese Stoffe nicht einfach in Luft aus, sondern gelangen in abgewandelter und unverwertbarer Form in unseren Körper und schwächen somit unser Immunsystem. In den USA wird die Milch bereits zu über 80 Prozent in Form von H-Milch gekauft. Am Rande sei noch erwähnt, dass bei der Herstellung von laktosefreier H-Milch im Vergleich zu anderen Milchsorten, kaum ein größerer Mehraufwand entsteht. Jedoch lässt die Milchindustrie das als gesund und leicht verdaubar deklarierte Produkt dem Konsumenten einiges mehr kosten.

Will man sein Gewicht reduzieren und sich gleichzeitig auch noch gesund ernähren, greift man bekanntermaßen zur fettarmen beziehungsweise fettfreien Milch. Denn Fett ist nicht gesund und macht dick – so zumindest die Meinung vieler.  Eine Studie aus dem Jahr 2005, die in der Zeitschrift Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine veröffentlicht wurde, kam paradoxerweise zum Schluss, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Laut Studie ist die in der Milch enthaltene Linolsäure der Auslöser. Hierbei handelt es sich um eine zweifach ungesättigte Fettsäure die auf natürliche Weise im Milchfett enthalten ist und den Fettstoffwechsel beschleunigt. In der fettarmen Milch befindet sich zwar weniger Milchfett, aber eben auch weniger Linolsäure. Der Turbo des Fettstoffwechsels bleibt demnach aus. Für die Einen gilt dieser Aspekt als letzter Beweis, der gegen den Konsum von Kuhmilch spricht, Gegner der These kritisieren, dass besonders in den USA Milchprodukte nur selten ohne Kakaopulver und anderen zuckerreichen Geschmacksstoffen produziert werden. Es sind genau die Kritiker, die ihrerseits behaupten, dass die reine Milch eventuell sogar ein echter Schlankmacher sein könnte. An einer Untersuchung an der École Polytechnique Fédérale in Lausanne zeigte sich bei Mäusen, dass sie keine Tendenzen von Übergewicht zeigten, wenn man ihnen bei einer fetthaltigen Diät zusätzlich Milch ins Futter mischte.

Da Kühe in der Massenhaltung nur durch verabreichtes Antibiotika im Futter wahre Rekordmengen an Säuglingsmilch erzeugen, sind diese Futterzusätze zwar in einer modernen Milch-Industrie unabkömmlich, aber auch eine mögliche Gefahr. Durch den ausgesetzten Stress und den Rückständen der verabreichten Antibiotika in der Milch, ist auch der Endverbraucher möglichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Hört man in den letzten Wochen von  antibiotikaresistenten Keimen, ist dies bei genauer Betrachtung nicht verwunderlich. Wer jetzt nur an die eigenen Krankheiten und die eingenommen Tabletten denkt, wird überrascht sein, dass wir in Wirklichkeit nahezu täglich Antibiotika zu uns nehmen. In jedem Liter Kuhmilch und jedem Hühnerei finden sich Spuren des Antibiotikums, dass dem Tier zuvor verabreicht wurde. Und mit jedem Schluck und jedem Bissen landet dieses beim Endverbraucher. Bei mir und dir! Ich glaube kaum, dass sich jemand aus freien Stücken vorstellen könnte, jeden Tag Antibiotika-Pillen ohne gesundheitlichen Grund zu sich zu nehmen.

Rießige Kuheuter

Die industrielle Milchausbeutung macht sich zu allererst bei den Kühen bemerkbar: Nicht nur die Milchmengen und die Eutergrößen nehmen zu, sondern auch die in Verbindung gebrachten Krankheiten.

Eine Kuh gibt nur Milch gibt, wenn sie Nachwuchs hat. Deshalb wird eine sogenannte Milchkuh fast ununterbrochen schwanger gehalten. Futterzusätze und Industrialisierung ermöglichen es, dass eine Kuh bis an zu 300 Tagen im Jahr gemolken werden kann. Um diese unglaublichen Mengen an Rohmilch zu erreichen, werden den Tieren nicht nur Antibiotika, sondern auch Hormone verabreicht. Diese gelangen genauso wie das Antibiotika durch die zugeführte Nahrung  in unseren Körper. Eine trächtige Kuh enthält etwa ein Drittel mehr Östrogen und noch viel mehr Progesteron als eine nicht trächtige Kuh. Dieses Enzym setzt das Immunsystem herab, dass das Ungeborene davor schützt als Schädling erkannt und letztendlich von ihm bekämpft zu werden. Was einerseits das Ungeborene schützt, öffnet Studien zufolge im Erwachsenenalter einer Vielzahl von Krankheiten Tür und Tor. Doch als wäre dies nicht schon schlimm genug, verhindern die hohen Progesteronmengen die Bildung eines Enzyms, dass für den geregelten Zelltod verantwortlich ist. Das hat zur Folge, dass Zellen stärker wachsen – Mitunter auch gefährliche Krebszellen! Aber trotz aller Szenarien: Es handelt sich um ein Kann – nicht um ein Muss!

Das Argument, dass Milch für Kälber und nicht für Menschen gedacht sei, lässt Gerhard Rechkemmer vom Max-Rubner-Institut für Ernährung und Lebensmittel nicht durchgehen.

„Viele unserer Nahrungsmittel dienen in der Natur einem anderen Zweck. Das gilt fürs Salatblatt genauso wie für den Hühnerschenkel.“

Gerhard Rechkemmer

Überdies hinaus sind wir auch nicht die einzigen Lebewesen, die andere Tiere melken. Ameisen halten und melken Blattläuse. Gerhard Rechkammer meint, dass man sehr wohl den bisherigen Studienergebnissen nachgehen sollte, aber es keinen Grund gäbe vom Milchkonsum allgemein abzuraten.

Ab wann ist Milch nun ungesund/gesund? Die oftmals widersprüchlichen Forschungsergebnisse lassen zwar die aufgetretene Panik von vor einigen Jahren etwas verebben, verdeutlichen aber gleichzeitig wie wenig wir noch immer über eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel wissen. Angefangen von der Milchverträglichkeit als Evolutionsfortschritt, bis zur zweifelhaften Wirksamkeit des Kalziums. Obwohl es auf die drängenden Fragen bislang noch keine klaren Antworten gibt, lassen sich gewisse Tendenzen feststellen. Die Frage ist nicht, ob Milch gesund oder ungesund ist, sondern wann sie für unseren Körper vorteilhafte Wirkungen hat.
Die einzelnen Studien zusammengefasst, gelten fette, fermentierte Milchprodukte aus Vollfettmilch am gesündesten. Milchprodukte wie Kefir, Käse, Joghurt und Sauerrahmbutter sind in traditioneller Herstellung nicht nur für den Körper bekömmlicher, sondern haben überdies hinaus eine höhere Haltbarkeit.

Ihnen folgt die Gruppe der Rohmilchprodukte, da Erzeugnisse wie Rohmilchsahne und -butter kaum Laktose und Casein enthalten, dafür über eine große Menge an Nährstoffen und Enzymen verfügen.

Zu guter Letzt folgt noch die reine Rohmilch. Sie ist mit ihrem reinen Fettgehalt gesünder als die stark verarbeitete Flüssigkeit aus dem Supermarkt, aber auch in den einzelnen Studien als nicht unproblematisch bezeichnet worden und daher nicht ohne weiteres als Durstlöscher zu empfehlen.

Wie bewertest du den eigenen Milchkonsum? Siehst du die Kuhmilch als eher problematisches oder gesundheitsförderndes Produkt, und welchen Stellenwert hat die Milch noch heutzutage im Vergleich zur milchfreien Konkurrenz? Was sind deine persönlichen Erfahrungen? Bist du ein überzeugter Milchtrinker oder hast du den alternativen Weg für dich entdeckt? Wenn Zweites zutrifft: Was waren deine Gründe und wie schwer ist es für dich komplett auf Milchprodukte zu verzichten? Freue mich wie immer auf eure Antworten, Meinungen und Ratschläge!


Weiterführende Links:
Pro und Contra zur Milch in der „Women’s Health“ (15.06.2016, 23:58) – Deutsch
Artikel in der „DW“ (15.05.2016, 23:59) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zur Langzeitstudie „Nurses‘ Health Study“ (16.06.2016, 00:01) – Deutsch
Zentrum der Gesundheit: Gesundheit mit veganer Ernährung (16.06.2016, 00:02) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zur Vorgang der Pasteurisierung (16.06.2016, 00:04) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zur Antibiotikaresistenz (16.06.2016, 00:05) – Deutsch
Wikipedia-Artikel über den Ernährungswissenschaftler Gerhard Rechkemmer (16.06.2016, 00:12) – Deutsch

Quellenangaben:
Titelbild: http://images.womenshealth.de/fm/1/thumbnails/sh_Alexander-Chaikin_75835921_Kuhmilch_ungesund_800x462.jpg.459444.jpg (16.06.2016, 00:13) – Kuh auf Weide mit Milchglas und -krug.

 

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/images/titelbild/milch-krankheiten-ia-2.jpg (16.06.2016, 00:54) – Ist Milch gut für das Wachstum?
http://images.pxlpartner.ch.s3.amazonaws.com/n57924/images/detailluzernbig/regionale_produkte_dienstleistungspartner_schafbuur_800x520.jpg (16.06.2016, 00:55) – Schafmilchprodukte.
http://www.molkerei-weihenstephan.de/uploads/pics/wst_pm_hmilch_3_5_1u0_5.jpg (16.06.2016, 00:56) – Kuhmilch-Tetrapak mit Natur als Hintergrund / Eigene Bearbeitung mit Photoshop.
http://www.laktose-ratgeber.de/images/database/themen/verteilung_laktoseintoleranz.jpg (16.06.2016, 00:59) – Weltweite Verteilung Laktoseintoleranz.
http://www.all-rind.de/img/news/SchauDerBesten2015/9_Lady-Gaga-und-Benzouka.jpg (16.06.2016, 01:04) – Riesige Euter einer Milchkuh.

 

Der Tag, als London starb

Police Constable with Protective Mask in Fog Polizist mit Atemmaske

London war schon immer bekannt für Nebelschwaden, die oftmals tagelang, den Städtern die Sicht und Luft raubten. Doch der Todesnebel von 1952 war mit keinem anderen Ereignis vergleichbar. Anfangs ein dichter Dunst aus Ruß führte er zur größten Katastrophe der Stadt seit der industriellen Revolution. Insgesamt starben innerhalb von fünf Tagen mehr als 4.000 und 8.000 weitere an den Folgen.

Nebel galt in London als nichts Besonderes und gehört zur Stadt fast genauso wie die Tower Bridge und der Big Ben einfach dazu – vor allem zwischen 1825 und 1925, als London die weltweit größte Stadt war, hatte sie mit großen Umweltproblemen zu kämpfen. Nach dem zweiten Weltkrieg, als sich die Bürger wieder Kohle zum Heizen leisten konnten und die zuvor elektrisch betriebenen Straßenbahngarnituren durch Omnibusse mit Verbrennungsmotoren ersetzt wurden, nahmen auch die Umweltbelastung und einhergehende Wetterphänomene wie der Smog, merkbar zu. Früher als Wintersmog bezeichnet, wandelte sich der Begriff  bis zum Ereignis von 1952 zur „Pea Soup“, Erbsensuppe. Der Name, den die Londoner diesem Wetterphänomen gaben, wenn  der Rauch der über eine Million zählenden privaten Kohleöfen über die Kamine ins Freie stieg, sich dieser mit den Rauch aus dem der Industrieanlagen und mit den feuchten Nebelschwaden über der Themse zu einem dichten, giftigen, nach Schwefel riechenden Cocktail vermischte. Und so war auch anfangs des 5. Dezember 1952 die Verwunderung nicht allzu groß, als zum wiederholten Mal dichte Nebelschwaden infolge einer Inversionswetterlage über der Stadt aufzogen. Zunächst von den Londonern als ortsüblicher Nebel abgetan, verringerte sich die Sichtweite bis zum 7. Dezember auf wenige Zentimeter. Streckte man den Arm aus, verbarg der Smog die Hände. Infolge des aufziehenden Smogs wurden Freiluftkonzerte abgesagt, da selbst der hellste Tag von der Dunstglocke über London verdunkelt wurde. Mittlerweile war man beinahe nirgends mehr vom Smog sicher. Selbst durch kleinste Spalten in Fenstern und Türen drang der Nebel in Innenräume, dass selbst die Vorstellung von „La Traviata“ im Sadler’s Wells aufgrund der eingeschränkten Sicht im Inneren des Gebäudes (!) bereits nach dem ersten Akt abgebrochen werden musste.

Skyline London 1953

Blick auf  London im Jahre 1953

Doch trotz aller apokalyptischen Vorzeichen, ahnten nur die wenigsten schlimmeres. Eines der ersten Anzeichen war, als den Bestattern die Särge und den Floristen die Blumen ausgingen. Ohne es zu merken, setzte auf den Straßen Londons ein Massensterben ein. Die Ambulanzen füllten sich mit Patienten, die über Atemwegs- sowie Herz-Kreislaufbeschwerden klagten. Inzwischen war auf den Straßen der Verkehr nahezu komplett zusammengebrochen, dass auch Krankenwagen nicht mehr eingesetzt werden konnten und die Patienten sich keuchend und hustend zum Krankenhaus aufmachten. Viele schafften den beschwerlichen Weg in der Giftwolke nicht mehr bis zur Notaufnahme und starben draußen. Ihre Lippen waren blau angelaufen, als wären sie erstickt – allein und in vom Smog verhüllter Dunkelheit.

Piccadilly Smog London im Smog

Nichts geht mehr am Londoner Piccadilly Circus

Bevor sie in dieser Nacht auf die Todeswolke stießen, begann der Abend für Barbara Fewster zusammen mit ihrem Verlobten und einem befreundeten Dirigenten mit einem netten Dinner in der Londoner Innenstadt. Doch kaum als sie das Restaurant auf dem Nachhauseweg nach Kingston verlassen hatten, geschah es: Der mittlerweile aufgezogene Nebel umgab sie wie eine dichte Mauer. Häuser, Autos, Menschen – es schien als wäre die ganze Stadt verschwunden. Einzig die Scheinwerfer der Autos wurden vom Nebel reflektiert. Fewster stieg aus dem Wagen aus und ging den Weg von 25 Kilometern Länge in ihrem Abendkleid vor dem Wagen her, um ihren Verlobten am Steuer durch die Nebelsuppe zu leiten. Manchmal entfernte sie sich nur wenige Meter vom Wagen und war für ihn im dichten Nebel  nicht mehr auszumachen. Aber auch nur kurz anzuhalten, war viel gefährlicher als irrend durch die Straßen Londons zu rollen, da die Rücklichter der Autos nicht früh genug zu erkennen waren, um einen Auffahrunfall zu verhindern.  Andere Augenzeugen berichteten, dass der Nebel so dicht war, dass sie nicht einmal mehr ihre Schuhe erkennen konnten. Die Sichtweite betrug demnach maximal 30 Zentimeter!

Bus Nebel

In Straßen von London ging die Sicht auf null

Fewster tastete sich stundenlang  Zentimeter um Zentimeter voran, ohne auch nur einen Anhaltspunkt in der Ferne auszumachen. Ein anderer Wagen tauchte fast aus dem Nichts auf und überholte sie. Nur einmal erspähten sie die Umrisse eines Baumes und etwas Merkwürdiges daneben. Es handelte sich um den Wagen, der sie zuvor überholte und scheinbar ohne Sicht auf den Baum aufgefahren war. Erst um etwa fünf Uhr morgens erreichten sie ihr Haus in Kingston. Als sie dort das Licht anmachten, trauten sie ihren Augen kaum. Ihr Gesicht, ihre Haare und komplette Kleidung waren vollkommen bis auf die Unterwäsche vom Nebel schwarz gefärbt.

Zu diesen Zeitpunkt ahnten die Londoner noch nicht, dass dieser Nebel, der in der Geschichte als „The Big Smoke“  – der große Rauch –  eingehen sollte, noch bis zum 9. Dezember andauern sollte und schlussendlich bis zu 12.000 Todesopfer forderte. Trotz der hohen Anzahl an Todesopfern brach während dieser schicksalhaften fünf Tage nie Panik unter der Bevölkerung aus, da diese an ähnliche Smogereignisse durchaus gewöhnt waren und die Folgen bis zum Aufklaren des 9. Dezembers völlig unterschätzten.

„Überall erkrankten die Leute. Sie sind einfach zusammengebrochen und konnten nicht mehr atmen.“

– Steve Deacon, Busfahrer (Zitat aus der BBC-Dokumentation „Killer Fog“ frei ins Deutsche übersetzt)

In einem Interview aus 2002 schilderte der damals als Bestattungsunternehmer arbeitende Stan Cribb die Geschehnisse der damaligen Tage. Zunächst ärgerten sich die Autofahrer über die schlechte Sicht. Es wirkte, als hätte jemand in unmittelbarer Nähe Autoreifen in Brand gesetzt. Als der Nebel immer dichter wurde und die Sicht gegen Null war, musste Cribb einen Trauerzug während der Fahrt abbrechen. Es war als wäre man blind gewesen. Man konnte sich laut seinen Schilderungen höchstens noch an den Rücklichtern des Vordermanns orientieren.

„Einer unserer Lieferwagen kam von einer Fahrt zurück. Dummerweise war ihm der ganze Verkehr von der Commercial Road auf den Brauereihof gefolgt – sogar Doppeldeckerbusse. Es habe Stunden gedauert, die Sackgasse wieder zu räumen.“

– ein Lastwagenfahrer der Charrington’s Brauerei

Obwohl Barry Lynch damals gerade einmal vier Jahre alt war, hat auch er die Nacht des 5. Dezembers noch gut in Erinnerung. Er machte sich mit seinen Eltern auf dem Weg vom Haus seiner Großeltern in Kentish Town nach Hampstead. Aufgrund der schlechten Sicht hielten sie brennende Fackeln in der Hand, die ihnen den Weg ausleuchteten. Die damals noch vorhandenen Ruinen des Bombenangriffs durch die Truppen Hitlers, der damals nur geringfügig vorhandene Individualverkehr und die allgemein unheimliche Stimmung waren für ein kleines Kind schon sehr beeindruckend.

Fakel in London

Polizisten versuchen mit Fackeln den Verkehr zu regeln

Am 9. Dezember wurden die Bewohner der Stadt endlich durch aufkommenden Wind aus Süd-West erlöst. Vor allem ältere Menschen fielen infolge der Ablagerungen von Rußpartikel und Schwefeldioxid in ihren Lungen dem Smog zum Opfer. Die Todeszahlen zwischen 55- und 65-jährigen stieg um 142 Prozent, die der 65- bis 75-jährigen auf bis zu 235 Prozent. Die Angehörigen brachten den Tod der zumeist in Vorfeld bereits chronisch Kranken nicht sofort mit dem Nebel der vergangenen Tage in Verbindung.  Erst allmählich zeigte sich das wahre Ausmaß der Katastrophe: Gerichtsmediziner stellten fest, dass die Sterberate innerhalb dieser fünf Tage exorbitant angestiegen war. Insgesamt starben über 4.000 Menschen direkt und später weitere 8.000 an den Folgen. Über 100.000 erlitten Atemwegserkrankungen. Ein Ausmaß das mit der Cholera-Epidemie von 1854 und der Grippe-Epidemie von 1918 vergleichbar ist. Eine unbequeme Wahrheit, der sich die Regierung nur ungern stellen wollte.

Monet

Claude Modet: Das Parlament in London, 1904

Was machte aber den Wintersmog von 1952 so besonders? Wer kennt sie den nicht – Bilder von London, deren Abbildungen von einem Schleier getrübt scheinen. Bereits seit dem 13. Jahrhundert sind Probleme mit der Luftqualität in der Hauptstadt bekannt. So trieb es sogar Künstler wie den Maler Claude Monet in die Stadt um sich davon ein Bild zu machen – wortwörtlich!

Zwar waren auch an vergangenen Tagen besonders hoher Luftverschmutzung bereits viele Menschen gestorben, dies aber meist erst nach wochenlanger Erkrankung im Krankenbett. Ein Nebel, der die Menschen scheinbar in wenigen Minuten regelrecht zu Tode würgt, hatte man bisher noch nicht gesehen. Kein einziges Einzelereignis des 2. Weltkriegs forderte in London so viele Todesopfer wie der „Great Smog“. Innerhalb einer einzigen Woche starben in Folge offizieller Aufzeichnungen 4.703 Personen, verglichen mit 1.852, die in derselben Woche des vorhergegangenen Jahres zu Tode kamen.

Um die genauen Umstände von 1952 zu verstehen, muss man zu allererst zwischen zwei Arten von Smog unterscheiden. Der eine ist der in London berühmte und auch für 1952 verantwortliche Wintersmog und der andere wird als Sommersmog, Photosmog oder auch Los Angeles-Smog bezeichnet, da er dort als erstes beobachtet wurde. Diese Form des Smogs ist zwar weniger gefährlich, tritt aber weitaus häufiger auf.

Damit überhaupt ein Wintersmog wie im Jahr 1952 entstehen kann, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  1. Es muss eine Inversionswetterlage bestehen
  2. Die Luft muss knapp über dem Gefrierpunkt liegen
  3. Die Luftfeuchtigkeit muss hoch sein
  4. Die Luft muss einen hohen Schwefeldioxidgehalt aufweisen
  5. Die Luft muss äußerst staub- und rußhaltig sein.

Infolge einer Inversionswetterlage kehrt sich das atmosphärische Temperaturgefälle in einer Höhe zwischen 800 und 1.000 Metern um. Warm Luft von unten steigt auf und kann infolge der noch wärmeren höher liegenden Luftschichten nicht mehr nach oben steigen und entweichen. Der Abtransport von Schadstoffen aus den Kohleöfen wird dadurch behindert und bleibt unter der warmen Luftschicht in Talnähe hängen. Es bildet sich eine giftige Smog-Wolke deren Wirkung sich infolge Windstille nochmals beträchtlich verstärkt. Normalerweise löst sich der Smog tagsüber wieder auf, sobald die Sonnenstrahlen den Boden erwärmen. Der Nebel von 1952 war jedoch so dicht, dass diese Strahlen die rußhaltige Nebeldecke nicht durchdringen konnten und sich der Nebel erst am 9. Dezember auflöste.

Inversionswetter

Entstehung einer Inversionswetterlage

Ein Hauptgrund dieser damals besonders schwerwiegenden Folgen liegt der eingesetzten minderwertigen Kohle zugrunde. Da sich die wirtschaftliche Lage Englands nach dem 2. Weltkrieg als besonders schwierig darstellte, wurde die geförderte hochwertige Kohle  ins Ausland exportiert und die Minderwertige in den Industrien und privaten Öfen Englands verheizt. Zusätzlich zum Temperatursturz infolge der Inversionswetterlage, hatte die Stadt bereits Tage zuvor mit ungewöhnlich tiefen Temperaturen zu kämpfen, die den Ausstoß von Kohlendioxid infolge der zusätzlichen Anfeuerung der Öfen erhöhte.

SO2 Konzentration

Anstieg der SO2 Konzentration in den Dezembertagen 1952

Ein vom Minister MacMillan in Auftrag gegebener Untersuchungsbericht kam elf Monate nach dem Smogereignis zum Schluss, dass das Unglück insgesamt 12.000 Todesopfer forderte. Da diese Zahl den Beamten des Gesundheitsministeriums zu hoch und unvertretbar erschien, verkürzte man den Beobachtungszeitraum auf die Tage zwischen 5. und 20. Dezember, damit alle nachfolgenden ungewöhnlichen Todesfolgen infolge von Atemwegserkrankungen nicht mehr in der Statistik aufschienen. Ebenso fürchtete man, dass rußarme Kohle für die breite Masse unerschwinglich sei und daher versuchte man von offizieller Seite den kurzzeitigen Anstieg an Todesopfer auf eine damals angeblich besonders starke Grippewelle zu schieben.

Smog Masks Paar mit Atemmasken

Nach dem Unglück von 1952 war das öffentliche Bewusstsein für das Problem geschärft – und Fotografen inszenierten Atemmasken sogar als Modeaccessoire.

Obwohl Tests zeigten, dass sie keinerlei Schutz vor dem giftigen Smog bieten, begann die Regierung in den Wintermonaten nach 1952 regelmäßig Gasmasken in der Bevölkerung zu verteilen. Vor allem um dem Anschein des Nichtstun und der Hilflosigkeit entgegen zu wirken. Als 1953 das London County Council einen umfassenden Bericht über die Smog-Katastrophe vorlegte, entgegnete der Kommunalminister Harold Macmillan, dass weitere Gesetzesänderungen nicht notwendig wären. Erst 1956 folgte mitunter aufgrund weiterer kleinerer Smogereignisse und dem wachsenden Druck der Bevölkerung zum „Clean Air Act“. Das Papier verbietet den privaten Gebrauch von pechhaltiger Kohle und führte sogenannte „Smokeless zones“ ein. Dies waren Stadtzonen in denen es den Privathaushalten verboten war den Rauch über den Schornstein zu entlassen – es sei den man verwende einen offiziell autorisierten raucharmen Brennstoff. Im zweiten „Clean Air Act“ wurde dieses Regelwerk nochmals verschärft, das unter anderem höhere Schornsteine vorschrieb. In den darauffolgenden Jahrzehnten zeichnete sich dann auch tatsächlich eine Wirkung dieser Regelungen ab.

Heute gehören die Nebelschwaden über der Themse genauso wie die zahlreichen Regentage nach wie vor zum alltäglichen Stadtbild, aber infolge viele weiterer Maßnahmen die, die Nutzung von privaten Schornsteinen verbietet, den Berufsverkehr aus der Innenstadt verbannt und selbst die Verwendung von Kohlegrills im Sommer unter Strafe stellt , die extrem hochgiftigen Dunstglocken über der Hauptstadt der Vergangenheit an. Einzig die Fassaden mancher unsanierten Gebäude der Stadt erinnern noch an den schwarzen Ruß der sich klebrig an jede Oberfläche haftete.

Obwohl es mittlerweile weltweite Bestrebungen gibt, die Luft in den Millionenmetropolen zu verbessern, wird trotzdem jedes Jahr von neuen C02 Rekordwerten in Städten Asiens, Amerika und Europa berichtet. Besonderes Augenmerk wurde in den letzten Jahren auf das wirtschaftlich aufstrebende China gelegt, aber auch auf, als sauber geltend europäische Metropolen wie Paris. Versuche der Verschmutzung Herr zu werden gibt es mittlerweile bereits genügend, aber welche bringt auch den tatsächlichen Wandel mit sich? Wie realistisch gestalten sich eurer Meinung nach festgelegte Feinstaubgrenzwerte? Was kann jeder Einzelne machen und welchen Weg sollten die großen Industrienationen in Zukunft gehen? Lass mich an deinen Ideen und Gedanken teilhaben und teile sie mit uns in den Kommentaren.


Weiterführende Links:
Spiegel Online – Fünf Tage im Todesnebel (23.03.2016, 00:33) – Deutsch
Wikiedia: Smog Katastrophe in London 1952 (23.03.2016, 00:35) – Deutsch
Artikel der BBC News – Days of Toxic darkness (23.03.2016, 00:36) – Englisch
Science-Blogs: Der Tag, als London starb (23.03.2016, 00:39) -Deutsch
Artikel auf MetOffice.gov (23.03.2016, 00:42) – Englisch
Bericht auf WDR.de (23.03.2016, 00:46) – Deutsch
The Guardian: 60 Jahre nach the Big Smoke – in Bildern (23.03.2016, 00:48) – Englisch
Artikel in „The Guardian“ zur Luftverschmutzung in London heute (23.03.2016, 00:51) – Englisch
Youtube-Dokumentation zum „Great Smog“ 1952 (23.03.2016, 00:52) – Englisch, Youtube
Artikel der „HistoryToday“ (23.03.2016, 08:24) – Englisch
Artikel des „The Telegraph“ (23.03.2016, 08:30) – Englisch
Fotostrecke des „Spiegel Online“ (23.03.2016, 08:31) – Deutsch
Audiobeitrag auf Bayern2 (23.03.2016, 08:33) – Deutsch
Die Londoner Luftqualität während d. olympischen Sommerspiele in der „Westdeutschen Zeitung“ (23.03.2016, 08:34) – Deutsch
Youtube-Dokumentation „The Killer Fog“ (23.03.2016, 08:36) – Englisch
Wikipedia-Artikel zur Innenstadtmaut (23.03.2016, 08:37) – Deutsch
Artikl zur Luftqualität in Manchester auf „Manchester Evening News“ (23.03.2016, 08:39) – Englisch
Wikipedia-Artikel zu Harold MacMillan (23.03.2016, 08:41) – Englisch
Wikipedia-Artikel zum Smog (23.03.2016, 08:42) – Deutsch

Quellenangaben:
Titelbild: http://cdn1.spiegel.de/images/image-641350-galleryV9-wsjv-641350.jpg (23.03.2016, 08:44) -Polizist mit Atemschutzmaske regelt den Verkehr in London 1953

 

http://www.theguardian.com/environment/gallery/2012/dec/05/60-years-great-smog-london-in-pictures (23.03.2016, 08:48) – Blick auf die Skyline von London im Jahre 1953
http://www.spiegel.de/fotostrecke/der-great-smog-von-1952-toedlicher-nebel-ueber-london-fotostrecke-107685-11.html (23.03.2016, 08:50) – Piccadilly Circus im Nebel 1952
http://www1.wdr.de/stichtagdezembernullfuenf100~_v-TeaserAufmacher.jpg (23.03.2016, 08:51) – Londons Doppeldeckerbusse
http://i3.manchestereveningnews.co.uk/incoming/article8873511.ece/ALTERNATES/s1227b/h_00135633.jpg (23.03.2016, 08:53) – Polizist in London mit Fackel
http://scienceblogs.de/frischer-wind/2010/01/25/die-londoner-smogkatastrophe-von-1952/2/ (23.03.2016, 08:55) – Das Parlament in London von Monet
http://www.seewetter-kiel.de/bilder/wetter/hochwinter.jpg (23.03.2016, 12:25) – Grafik zur Entstehung einer Inversionswetterlage
http://scienceblogs.de/frischer-wind/2010/01/25/die-londoner-smogkatastrophe-von-1952/2/ (23.03.2016, 12:27) – Grafik zur SO2-Konzentration im Dezember 1952
http://www.spiegel.de/fotostrecke/der-great-smog-von-1952-toedlicher-nebel-ueber-london-fotostrecke-107685-8.html (23.03.2016, 12:30) -Smogmaske als Mode Accessoire

 

Leitartikel zur Geschichte Fewster: Spiegel Online – Fünf Tage im Todesnebel (23.03.2016, 00:33) – Deutsch
Wikiedia: Smog Katastrophe in London 1952 (23.03.2016, 00:35) – Deutsch
Augenzeugenberichte aus dem Artikel der BBC News – Days of Toxic darkness (23.03.2016, 00:36) – Englisch
Leitartikel: Science-Blogs: Der Tag, als London starb (23.03.2016, 00:39) -Deutsch
Artikel auf MetOffice.gov (23.03.2016, 00:42) – Englisch
Bericht auf WDR.de (23.03.2016, 00:46) – Deutsch
The Guardian: 60 Jahre nach the Big Smoke – in Bildern (23.03.2016, 00:48) – Englisch
Artikel der „HistoryToday“ (23.03.2016, 08:24) – Englisch
Fotostrecke des „Spiegel Online“ (23.03.2016, 08:31) – Deutsch
Wikipedia-Artikel zu Harold MacMillan (23.03.2016, 08:41) – Englisch
Wikipedia-Hintergründe zur Entstehung des Wintersmogs(23.03.2016, 08:42) – Deutsch